Berichte Steff

Ein Fragenkatalog des Users (Steff) an Dr. Popp.

Fragen vor der Operation


Sind Voruntersuchungen zu leisten?
Nein werden alle in der licca gemacht (Blutabnahme/Jod-Stärke-Test).


Was ist zur OP mitzubringen?
Nur etwas gemütliches zum Anziehen, z.B. ein lockeres T-Shirt wegen des Verbands


Ist eine Bestätigung für die Krankenkasse bzgl. Kostenübernahme) von licca sinnvoll?
Weniger sinnvoll – wird von den Krankenkassen eher als Werbung angesehen


Was soll der Dermatologe für den Antrag auf Kostenübernahme genau schreiben?
Alle bisherigen Methoden sind gescheitert. Alle Methoden (AlCl, Salbei etc ) unbedingt einzeln aufführen! Gegebenenfalls Bestätigung vom Psychologen, da Krankenkassen dort eher zahlen.
Als Grund für diese OP bei den KKs immer auch psychische Probleme mit angeben!


Wie wird die Bezahlung gehandhabt? Kosten? Kostenvoranschlag für KK!
Die Bezahlung erfolgt in Bar am OP Tag. Kosten = 4500 DM. Kostenvoranschlag für KK kein Problem.

Während der OP


Schmerzt die OP oder der Einstich der Nadel? Wie oft sind Einstiche nötig? Gibt es evtl. Beruhigungsmittel oder nur Kochsalzlösung?
Die OP schmerzt nicht. Auf jeder Seite wird ca 0,5 L Flüssigkeit gespritzt. Beruhigungsmittel bekommt man ohne weiteres (Valium etc ). Die Einstiche des Skalpells spürt man nicht. Die Einstiche der Spritzen am Anfang nur minimal.


Gibt es Risiken während OP?
Keine. Nervenbahnen „könnten“ verletzt werden. Die Wahrscheinlichkeit liegt aber bei Null. Ansonsten keine Risiken.


Wie sieht der Verband aus?
Schaumstoffkeil, der die Haut mit Druck anpressen soll.
Dieser wird an die Haut mittels eines speziellen Verbandes geklebt.


Wie lange dauert die Absaugung effektiv?
Absaugung ca 0,5 Std.
Alles in allem insgesamt max. 3 Std.

Nach der OP


Gibt es Schmerzmittel? Diclac? Paracetamol?
Normalerweise reichen Paracetamol 500. Auf Wunsch werden auch Diclac verschrieben.


Wie sieht die Nachuntersuchung in der licca-Klinik aus?
Mindestens 1 Nachuntersuchung sollte in der licca stattfinden.
Ansonsten kann auch der Hausarzt oder Dermatologe die Untersuchung leisten.


Wie lange sollen die Achseln gestreckt werden? Wie oft am Tag?
Ca. 4 Monate sind die Achseln regelmäßig zu strecken. So oft wie möglich.
Je öfter, länger und regelmäßiger gestreckt wird, desto geringer sind die Verwachsungen. Man hat die Verwachsungen selber im Griff – streckt man konsequent gibt es keine Verwachsungen.


Bin ich sofort nach der OP wieder belastbar?
Ja, aber 1 Tag Pause schadet nicht!


Wann kommt der Verband wieder herunter?
Der Verband sollte mind. 1 Woche dranbleiben, 2-3 Wochen wären natürlich besser damit die Haut fest an den Körper gepreßt wird und so keine Verwachsungen entstehen.

Wann kann ich wieder duschen?
2-3 Tage danach

Ist meine Bewegungsfreiheit eingeschränkt? Gibt es sonstige Einschränkungen?
Kommt es zu starken Verwachsungen, kann die Bewegungsfreiheit leicht eingeschränkt sein.
Hat man aber selber im Griff inwieweit es zu Verwachsungen kommt (regelmäßiges strecken und konsequent den Verband tragen)


Kommt es zu Kompensatorischem Schwitzen?
Nein!


Wie merkt man Infektionen, Serome, Verwachsungen, Neckrosen?

  • Infektionen: Schmerzen nach über 10 Tagen nach der Op
  • Serome: Bläschen mit Wasser gefüllt
  • Verwachsungen: Bewegungsfreiheit nimmt ab
  • Neckrosen: schwarze Haut

 

 

 

 
Ist der übermäßige Schweiß nach der OP komplett weg?
Der Schweiss ist durchschnittlich zu 90% für immer weg. Manchmal noch leicht feucht, ansonsten aber trocken!

KK-Antrag zur Drüsenabsaugung

Stefan XXX XXX, 03.08.2001
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DAK
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Kostenübernahme meiner Operation



Sehr geehrte Damen und Herren,

seit meiner Pubertät leide ich unter einer sehr stark ausgeprägten Hyperhydrose axillaris. Selbst im Winter leide ich unter dieser Form der Hyperhydrose. Bei mir hat das Schwitzen mehr als eine thermoregulatorische Funktion, denn ich schwitze nicht nur bei erhöhten Temperaturen. Stellte mein Krankheitsbild im Kindes- bzw. Jugendalter vor allem ein kosmetisches Problem dar, entwickelte es sich im Lauf der Jahre zu einem stark ausgeprägten psychischen Problem.

Aufgrund der Schwere meines Krankheitsbildes bin ich seit geraumer Zeit mehr als frustriert. Es ist sehr schwer, ja fast unmöglich mit einem völlig nassen Hemd soziale Kontakte zu knüpfen, geschweige denn eine Beziehung zu führen. Da sich zu meiner Hyperhydrose auch noch eine Bromhidrosis gesellt, wird man im sozialen Bereich nicht nur ausgegrenzt, sondern als Betroffener stigmatisiert und als unrein verurteilt. Seit geraumer Zeit stellt sich nun ein weiteres schwerwiegendes Problem mit meiner Hyperhydrose ein. Mein Studium der BWL bewegt sich dem Ende zu und ich werde aufgrund meiner Hyperhydrose meinen Beruf in der Bank nicht ausüben können, da sich ein nasses Hemd mit dem seriösen Bild eines Bankers nicht vereinbaren läßt. Mein Leben steht also an einem dramatischen Scheidepunkt bezüglich meines Berufslebens. Die psychischen Probleme gepaart mit den arbeitstechnischen Problemen lassen mich verzweifeln, und nehmen mir jegliche Lebenslust.


Im Laufe der Jahre habe ich sämtliche Behandlungsmöglichkeiten gegen Hyperhydrose ausprobiert. Doch weder eine Therapie mit Aluminiumsalzen, noch eine Therapie mit Tabletten in Form von Salbei, Johanniskraut etc. haben angesprochen. Selbst eine Iontophorese-Therapie zeigte keine Wirkung. Tests auf eine Überfunktion der Schilddrüse oder Zucker blieben negativ. Nach Jahren des Versuchs meine Hyperhydrose mit konventionellen Mitteln zu bekämpfen, zeigten sich selbst die Dermatologen ratlos. Im Laufe der Jahre traten so enorme Kosten für die DAK und vor allem für mich auf. Zudem besteht die Gefahr von Folgeerkrankungen:

  1. Dermatomykosen (Pilzinfektionen), z. B. Kleienpflechte
  2. Erythrasma (Bakterieninfektionen)
  3. Warzen (Vireninfektion)
  4. Kontaktdermatitis (Hautentzündung mit allergischer Komponente) usw.

So stellten sich aufgrund meiner Hyperhydrose diverse Entzündungen im Achselbereich ein, welche mit Chortison behandelt werden mußten. Diese Folgeerkrankungen können erhebliche Kosten mit sich bringen.
Mein Dermatologe sah daraufhin als letzte Möglichkeit einen operativen Eingriff, um meiner Hyperhydrose beizukommen. Bei Hyperhydrose axillaris hat sich seit geraumer Zeit eine neue Operationsmethode bewährt, es handelt sich dabei um die Absaugung der Schweißdrüsen. Dabei werden die Schweißdrüsen unter örtlicher Betäubung abgesaugt. Diese bilden sich nicht mehr neu, und der Erfolg stellt sich sofort nach der OP ein. Diese relativ neue, schmerzlose und sehr risikoarme Operationsmethode stellt für mich die letzte Möglichkeit dar, meine Hyperhydrose zu besiegen. Der Eingriff erfolgt ambulant und die Erfolgsquote beträgt nahezu 100%. Ein Spezialist auf diesem Gebiet ist Dr. Popp von der Licca Klinik in Augsburg, ein Pionier auf dem Gebiet der Absaugung der Schweißdrüsen. Allerdings stellen die Kosten in Höhe von DM 4.500.— für mich ein unüberwindbares Problem dar, da ich mich noch im Studium befinde, und diese Summe nicht aufbringen kann.


Da sich aber die DAK durch diesen einmaligen Eingriff lebenslange Kosten für Medikamente, weitere Therapien und unzählige Sprechstunden bei den Ärzten sparen könnte, hoffe ich, daß die DAK meine Operationskosten übernimmt. Im Vergleich zu anderen Behandlungsmethoden wie z.B. Botulinumtoxin A oder der Iontophorese, welche ein Leben lang durchgeführt werden müssen, stellt diese Möglichkeit der operativen Entfernung der Schweißdrüsen eine äußerst kostengünstige Methode dar.


Anbei habe ich Ihnen die Indikation meines Dermatologen über erfolglose Therapien, sowie eine Beschreibung der Operationstechnik angeheftet. Auf Ihren Wunsch lasse ich Ihnen auch gerne ein Gutachten eines Psychologen zukommen, der meine psychischen Probleme bescheinigen kann.

Ich hoffe sowohl in Ihrem, als auch in meinem Interesse, daß Sie sich meines Problems annehmen, und die Kosten für die Operation übernehmen, und mir so ein beschwerdefreies Leben ohne Hyperhydrose ermöglichen.




Mit freundlichen Grüßen

XXX

OP Bericht: Liposuktion der Schweißdrüsen in der licca Klinik

Am Mittwoch, dem 29.8.2001 war es soweit.
Die Lipo bei Dr. Popp stand auf dem Programm. Um halb 6 stand ich mit meiner Freundin auf und machte mich auf die ca. 2,5 Std. Fahrt nach Augsburg. Schon bei der Hinfahrt wurde mein Hemd wieder naß.


Zum letzten mal dachte ich schon ein bißchen wehmütig... Gegen neun Uhr sind wir dann in der Klinik eingetroffen.


Ich hatte schon Bauchkrämpfe vor lauter Angst. Ich soll mir mit einem Skalpell in den Arm schneiden lassen?? Um Gottes Willen.... Als wir eintrafen stand Dr. Popp schon im Flur und begrüßte mich ganz nett. Ich sagte ihm, daß ich sehr aufgeregt bin, woraufhin er mir eine Tablette Valium gab. Dr. Popp ist wirklich ein lustiger Kerl. Hat immer einen Spaß auf den Lippen und kann einem die Angst vor der OP nehmen.


Er gab dann meiner Freundin gleich ein Rezept für Antibiotika und Schmerzmittel in die Hand, welches sie in der Zwischenzeit in der Apotheke holen konnte. Da ich der erste an diesem Tag für Dr. Popp war, ging alles ganz fix. Ich zog mir mein OP-Höschen an und dazu noch sexy Glocks.


Ruck Zuck lag ich dann auch schon auf dem OP Tisch. Dr. Popp legte eine CD mit langsamer Musik auf, was doch sehr beruhigte. Er bereitete sein ganzes „Werkzeug“ vor, während ich mich auf dem OP Tisch von der Musik berieseln lies.
So dann ging es los.....aber erst mal mit dem Jod/Stärke Test.
Da ich mir die Achselbehaarung am Abend zu vor rasiert hatte, brannte das Jod wie Feuer auf meiner Haut.


So und nun kam es dann zum berühmten Vorführeffekt.
Von der Valium Tablette schon ein wenig fertig und von der Musik entspannt, war ich pulvertrocken! Das war wohl ein Schuß in den Ofen lachte Dr. Popp.

Gemeinsam zeichneten wir dann die Stelle ein, in der ich am meisten schwitze.
Dr. Popp zeichnete mit einem Edding die Konturen ein.
Und dann konnten wir endlich starten. Ich bekam auf jeder Seite mit einer Spritze mit Betäubungsmittel 3 kleine Piekser, welche aber fast gar nicht zu spüren waren. Dr. Popp lies die Spritze kurz wirken und kam dann mit dem Pumpgerät, mit dem er mir die Kochsalzlösung einspritzen wollte. Von diesen Einstichen spürte ich aber gar nichts mehr. Ich spürte nur wie sich die Haut ein bißchen spannte, schließlich werden auf jeder Seite ca. 0,5l Lösung eingespritzt. Während dieser Prozedur unterhielten wir uns noch ein bißchen über die Erfolgswahrscheinlichkeit der OP. Dr. Popp sagte, daß viele ganz trocken wären, andere dagegen nur 90%.


Nach dem Einspritzen der Lösung mußte ich dann ca. 20 Minuten warten.
Und dann sollte es endlich mit der OP losgehen. Dr. Popp fummelte irgendwas an meinem Oberarm rum, ich dachte er zeichnet nochmal nach oder so, und fragte dann ob es weh getan hätte. Verwundert fragte ich was denn weh getan haben sollte. „Na ich habe grade 2 Löcher in sie gepieckst.....“ Wow, von den Einstichen des Skalpells, von denen ich so Angst gehabt habe, habe ich gar nichts gespürt! Gott sei Dank! Mit der Absaugkanüle ging Dr. Popp dann auch gleich ans Werk. Von dieser Absaugung spürt macht auch gar nichts. Nach ca. 10 Minuten kratzte Dr. Popp mit einer Art Löffel dann noch etwas rum. Puh, die erste Seite war geschafft, und das alles ohne Schmerzen. Dr. Popp wiederholte das ganze Spiel dann auf der anderen Seite, und nach ca. 30 Minuten Absaugung war dann auch schon alles vorbei. Geschafft! Mit einem zusammengerollten Handtuch preßte er mir dann noch die restliche Kochsalzlösung aus den Achseln. Unter meinem Rücken spürte ich mittlerweile schon einen See von dieser Lösung.....


Eine Kollegin von Dr. Popp verband dann meine Wunden mit einem Steri-Strip Pflaster. Unter den Achseln wurde dann ein Schaumstoffkeil mit Fixomull befestigt, welcher die gelöste Haut wieder an den Körper pressen sollte.
Ja und das war’s dann auch schon! Ich bezahlte dann meine 4500 DM, und bekam von Dr. Popp noch eine ganze Tüte mit Verbandsmaterial mit, und fuhr mit meiner Freundin überglücklich nach Hause. In meinem kleinen dunklen Auto hatte es bestimmt 40 Grad, aber ich schwitzte keinen Tropfen!


Zu Hause angekommen schaute ich nur noch kurz in meinem Compi, und fiel dann übermüdet und überglücklich ins Bett!

... 

Teil 2: „ Wochen nach der OP“ folgt!

Wer Fragen etc. hat, kann diese im HH Forum gerne an mich stellen.
Euer Steff