In der 9. Klasse fing bei mir damals alles an. Aus der Vorvergangenheit einhergehend, waren wir dazu gezwungen zu dritt in einer ca. 20-30 m^2 Wohnung zu wohnen, die aus nur einem einzigen Zimmer und einem kleinen Bad bestand. In diesem einzigen Zimmer schliefen wir auf unseren drei Betten, kochten wir in der integrierten Küche, aßen dort gemeinsam und wohnten dort gleichzeitig. Eine Waschmaschine hatten wir nicht. Die Wäsche wurde immer mit der Hand gewaschen.
Alles lief im gesundheitlichen Bereich (HH.), von den Umständen abgesehen, problemlos, bis ich mir den Arm brach. Nach einiger Zeit fing der Gips im akzeptablen Rahmen an zu stinken, da ich den Arm nicht waschen konnte. Hinzu kam dann noch, dass meine Klamotten nicht unbedingt, auch wenn sie frisch gewaschen waren, angenehm rochen. Denn diese griffen meistens die beim Kochen entstehenden Gerüche auf. Es kam häufig vor, dass sie nach verbranntem oder einfach nur nach Öl oder spezifischen Speisen rochen.
Außerdem fing ich zu diesem Zeitpunkt auch noch an unter den Achseln zu schwitzen, was einen erneutes Problem darstellte.

Alles gemeinsam führte letzten Endes dazu, dass ich von meinen Mitschülern durch doppeldeutige Bemerkungen, bestimmte Gesten (schniefen, sich ständig an der Nase kratzen), passive Andeutungen und in manchen Fällen durch aktive verbale Angriffe ("Hier stinkt's", "..mach mal bitte das/die Fenster auf", "...immer das Gleiche","..Boah, mir würde jetzt ein schönes Bad gut tun","Hier stinkt's zum Himmel" etc.) bis ins Tiefste beleidigt. Doch das Problem war, dass ich sehr schlecht duschen konnte, da wir in unserem winzigen Bad noch nicht einmal eine Badewanne hatten. Und mit dem Gips duschen gehen ging nur sehr schwer (nur mit einer Tüte) und nicht effektiv genug.
Als ich dann den Gips abbekam, war ich zunächst heilfroh endlich wieder mein altes, normales Leben ohne diese Beleidigungen weiterführen zu können.
Doch dies war keinesfalls die Tatsache. Ich litt fast permanent unter Achselschweiß, hatte Angst vor meinen Mitschülern, schwitzte dadurch noch mehr und wurde weiter von meinen Mitschülern passiv gemobbt.
Lösungen des Problems waren nur sehr schwer findbar. Ich kaufte gemeinsam mit meiner Mutter unzählige Kosmetikprodukte und zahlte dafür große Summen. Doch diese halfen entweder nicht oder verschlimmerten das Ganze noch wie z.B : Sprühdeos, die das Problem nicht beheben, sondern den Ganzen Raum mit der Deo-Note auffüllen.
Diese Probleme verfolgten mich Monate lang.
Ich mied jegliche Kontakte und musste unendliche Qualen ertragen, die jede Minute des Unterrichtes zu Tagen werden ließ.
Zu der damaligen Zeit hatte ich manchmal wirklich sogar Selbstmordgedanken und ich weinte oftmals.

Nachdem ich dies Monate lang ertragen hatte, stabilisierte sich die Situation mit der Zeit allmählich und ich schwitzte viel weniger, nachdem ich jetzt nicht mehr zum Sprühdeo, sondern zu einem starken Deo-Roll-On von Nivea griff.

Erst wieder nach einigen Monaten/einem Jahr (nun bin ich mir mit den Zeitrahmen nicht mehr allzu sicher),
weiteten sich die Probleme allmählich zu den Füßen aus. Ich litt nun unter Schweißfüßen.
Dies führte dann nach ein paar Stunden dazu, dass meine Schuhe und Füße extrem nach Schweiß rochen.
Ständig wurden die Schuhe so sehr von dem Schweiß belastet, dass ich alle 1-1,5 Monate neue Schuhe brauchte, weil der Geruch bis dahin nicht mehr erträglich war.

Hier sind bei mir nun einige Filmrisse vorhanden.

Aber der nächste Schwerpunkt ist eindeutig die Zeit in der zweiten Hälfte des elften Jahrgangs sowie die dazugehörige Klassenfahrt.
Ich hatte immer wieder starke Probleme mit dem Fußgeruch (dabei achtete ich auch hier wirklich peinlich genau auf die Hygiene >1-2x tägliches duschen<.
Mitunter musste ich immer wieder diese grausamen Bemerkungen anhören.
Extrem wurde es jedoch auf der Klassenfahrt, wo wir stundenlang rumliefen und meine Füße hier sogar erstmals nicht mehr nur nach Schweiß, sondern auch nach Käse rochen. Dieses "den Anderen ausgeliefert sein" war einfach nur grausam, da wir ständig nebeneinandersaßen, Theater besuchten und ich blöde Bemerkungen ertragen musste. Ständig diese Geschiefe, "an der Nase kratzen" und die zahlreichen passiven Bemerkungen hinter meinem Rücken. Sogar von einem unserer drei begleitenden Lehrern bekam ich der Bahn eine Bemerkung in irgendeinem Zusammenhang von "Bakterienkolonien" zu hören. Zu diesem Zeitpunkt brannte meine Seele regelrecht und ich setze mich im Theater ganz weit nach außen, wo niemand saß, da ich diese doofen Bemerkungen einfach nicht länger ertragen konnte. Dadurch musste ich zwar nicht mehr mit deren Bemerkungen rechnen, fühlte mich jedoch eindeutig als Außenseiter.
Dabei duschte ich am Häufigsten von allen Jungs UND Mädchen, wurde aber immer als "Stinker" abgestempelt.

Das letzte große Ereignis fand dieses Wochenende statt.
Ich befand mich auf einem Bildungsseminar, hatte unzählige Socken und zwei Paar Schuhe dabei, von denen die einen Schuhe gerade einmal 3 Tage lang getragen wurden und somit noch neu waren.
Tag 1:

-2x geduscht (sehr gründlich), keine Probleme mit Fußgeruch

Tag 2:

-3x geduscht (sehr gründlich), riesige Probleme. Nachdem das erste Paar Schuhe ab der Mitte des Tages versagte und meine Seminarteilnehmer die Augen verdrehten, ständig die Nase schnieften und sich an der Nase kratzten, ging ich in der Pause die Füße gründlich unter der Dusche waschen und wechselte Socken und das Paar Schuhe. Doch am Seminarabend wurde es wieder extrem und das zweite Paar Schuhe (diesmal das neu gekaufte Paar) versagte. Ich musste ständig passive Bemerkungen einstecken, suchte mir peinlichst genau meine Sitznachbarn aus (diejienigen, die am tolerantesten waren),vermied Gespräche mit anderen und wisch sogut es ging den Anderen aus. Die Qualen des Tages ertrug ich nur mit größten Mühen.
Ständig bekam ich passive Andeutungen zu hören.


Tag 3:

3x geduscht (sehr gründlich).
Schon der Tag startete mit unangenehmen Fußgeruch, auch nach der morgendlichen Dusche.
Und weiter ging es mit den Bemerkungen. Es wurde sogar zwischen einzelnen Teilnehmern getratscht. Aus den in den Gesprächen gefallenen Worten (so änhlich wie) "?Grossenburg" wurde schnell das Wort durch die Teilnehmer zu "Kotzenburg" umfunktioniert und leise ausgesprochen.
Es wurde auch ständig das Fenster aufgemacht (bei kaltem Wetter).

->Jede Sekunde wurde während der letzten zwei Tage zur Minute und die seelischen Schmerzen waren unerträglich.



Heute bin ich in der zwölften Klasse. Ich bin wieder an einem Tiefpunkt angelangt. Das Ganze belastet mich unbeschreiblich.Ich bin peinlichst berührt, weil ich kaum jemanden kenne, vor dem ich mich nicht mehr schäme.
Außerdem litt ich in den vergangenen Monaten an Depressionen und mied sehr oft die Schule. Deshalb sieht es bei mir derzeit so aus, dass ich das Jahr vermutlich wiederholen muss. Meine Mitschüler und Lehrer haben dies mitbekommen. Während die Lehrer derzeit versuchen mich zu animieren häufiger in die Schule zu kommen und vielleicht in die psychologische Behandlung (in dem Zusammnhang wurde auch Robert Enke angesprochen) zu gehen, verspüre ich bei meinen Mitschülern, selbst zu jenen die ich gut verstehe, ein weit distanziertes Verhältnis. Da ich im Bio Unterricht die Worte "Midlife-Crisis" von einem Mitschüler gehört habe, gehe ich davon aus, dass die Mehrheit zu viel von den Lehrern erfahren hat.

Heute war ich wieder nicht in der Schule. Und ich weiß nicht, wie es weitergehen soll.
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