Hi zusammen

Ich leide schon seit mehreren Jahren unter meinem extremen Schwitzen. Da bei mir das Schitzen durch meine Angstzustände noch verstärkt wurden, konnte ich mich kaum mehr bewegen. Schwitzen und Angst - ein Teufelskreis, da selbstverstärkend, wie ihr wohl aus eigener Erfahrung wisst. Zur Reduktion meiner Angst und der damit zusammenhängenden Depression verschrieb mir mein Psychiater zuerst ein antriebssteigerndes Antidepressivum. Oops, das ging in die Hose. Denn an Energie fehlt es mir zuvor nicht, mein Kreislauf war ja immer auf 180. Ich rotierte förmlich. Jetzt nehme ich seit etwa 3-4 Wochen ein eher anticholinerges ( sprich beruhigendes, der Kreislauf wird heruntergefahren ) Antidepressivum, Remeron nennt sich das. Ich möchte aber nicht dieses Medikament zum EINZIG nützlichen erklären, wichtig ist wohl dass es eher beruhigend ist. Meine Erfahrungen sind sehr gut. Ich kam zwar die ersten Tage kaum mehr aus den Federn am Morgen, da es wirklich ziemlich beruhigend einfährt. Ich schwitze in Situationen, die früher sehr schwierig waren für mich kaum mehr - Telefonieren, jemandem meine Meinung sagen geht nun viel besser. Ich kriege zwar immer noch warm, der Schweiss rinnt aber erst wenn es wohl normal ist zu schwitzen. Beim Sport schwitze ich immer noch sehr stark, aber das ist wohl Veranlagung. Jedenfalls ist diese Erfahrung für mich der Beweis, dass Angst und Schwitzen bei mir stark gekoppelt ist. Das Medikament hemmt meine ( irrationalen! ) Ängste, dadurch schwitze ich nicht, und dadurch traue ich mich wieder auf die Strasse. Und das erstaunlichste: Obwohl mein Kreislauf auf "niedrigeren Touren" läuft, mache ich mehr als zuvor, weil die Angst mich weniger bremst.
Ich muss aber auch anmerken, dass ich trotzdem nicht rundum glücklich bin. Es ist zwar sehr wohltuend weniger Schweissausbrüche zu haben, aber jetzt nehme ich auch andere Probleme und Konflikte stärker war, die nebst dem Schwitzen gar keinen Platz mehr hatten. Die Schwitzangst war sozusagen wie ein Knebel, welchen ich immer zwischen den Beinen hatte, etwas, dass, so blöd es klingt, mich vor Konflikten ferngehalten hat. Denn ich wusste ja dass ich sehr schnell schwitze, und mied darum all diese auslösenden Situationen ( sehr viele waren das... ).
Eine begleitende Psychotherapie ist in meinen Augen, sofern das Schwitzen wirklich auch angstbedingt ist unerlässlich.
Achselschweiss habe ich immer noch ganz wenig, aber den habe ich mit Ionto ( mittlerweile 1mal pro Woche ) im Griff.

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