hallo ihr lieben,
ich leide seit einigen jahren an extremer hyperhidrose an allen möglichen körperstellen.an den händen und unter den armen ist es für mcih am schlimmsten, dazu kam noch das allseits beliebten "rotwerden".
nachdem ich viele dinge ausprobiert hab, wie z.b. "vagantin", "perspirex", verschiedene deos oder puder ( "tannolact puder" ), iontophorese, verschiedene homöopathische mittelchen uuund viel mehr, hab ich im internet die blockade des nervus sympathicus als letzter ausweg entdeckt.

da ich wirklich psychisch sehr mitgenommen bin und ich durch alle möglichen erfahrungsberichte ziemlich angetan von dieser methode war, hab ich mich nach intensiverer information dazu entschlossen.ich wollte erst nach münchen zum deutschen hyperhidrosezentrum(?) fahren, weil ich dachte man kann es nur da machen lassen, jedoch hab ich kurze zeit später erfahren, dass bei mir in der nähe eine "schonendere" Form des Eingriffs durchgenommen werden kann.nach weiteren recherchen bin ich dann zu dem arzt gefahren und habe mich beraten lassen.es schien alles so unglaublich schön zu sein, vielleicht zu schön um war zu sein...

er sagte mir, dass er und ein anderer arzt aus hamburg die einzigen ärzte in deutschland sind, die diese art von eingriff durchführen.man müsse den brustkorb nicht öffnen, sondern es werde nur eine nadel in den rücken gestochen, und eine alkohollösung in einen teil des nervus sympathicus gespritzt.es gäbe AUSSCHLIEßLICH positive resonanz anderer patienten und kaum nebenwirkungen.

da ich erst 18 bin und wenig lebenserfahrung habe, dachte ich mir: das ist es, das ist das einzige was mir helfen kann.der arzt war unglaublich vertrauenswürdig und erzählte von fällen die er bis jetzt behandelt hat (in ca. 25 jahren ca. 25 personen).Er meinte sogar, dass das "rot werden" dadurch auch weggehen könnte, in mehreren fällen sei es so gewesen.ich habe geweint, weil ich so glücklich war.
im internet hatte ich von nebenwirkungen, wie dem horner-syndrom gelesen oder dem kompensatorischen schwitzen.ich sprach den arzt drauf an, der jedoch hat noch nie einen fall erlebt, bei dem es soweit gekommen sei, sagte er zu dem zeitpunkt.

2 wochen später hatte in den termin.es war fasnacht und ich war unglaublich aufgeregt.als ich in der klinik ankam ging alles ganz schnell und 45 minuten später lag ich, nachdem mich die ganzen jahre vorher nur ein kleiner pieks im rücken von meinem vermeintlichen glück abgehalten hatte, im krankenhausgang.ich spürte eine leichte taubheit in meiner rechten körperhälfte.(der eingriff wird mit ca. 3 wochen abstand erst an einer und dann an der anderen seite durchgeführt.)auch da habe ich schon bemerkt, dass ich durch mein rechtes auge nur noch schlecht sehen kann.erste, ganz kleine zweifel tief in mir drin kamen auf, ob ich vielleicht der erste von 25 patienten war, bei dem etwas schief gegangen ist?!die ärzte und die krankenschwester beruhigten mich und sagte, es hänge alles mit der betäubung zusammen.spätestens danach war mein ganzer körper von einem unglaublichen glücksgefühl durchflutet :) ich habe es hinter mir, alles hat ein ende, dachte ich mir.vielleicht habe ich jetzt endlich die chance ein freies, unbekümmerteres leben zu führen, ohne die ständige angst rot zu werden oder jemanden anfassen zu müssen, mit meinen schwitzenden händen. endlich kann ich die klamotten anziehen, die ich will, nicht nur schwarze.meine rechte hand und meine rechte achselhöhle waren TROCKEN!

jetzt fast 3 1/2 monate nach dem eingriff will ich am liebsten alles rückgängig machen lassen.mein rechtes augelid hängt viel tiefer über dem auge und meine pupille ist immer klein.mein ganzes gesicht ist total asymmetrisch geworden.ich schwitze viel mehr als vor dem eingriff.linksseitig ist es so schlimm, dass mir der schweiß von der hand abtropft - in jeder situation. das war früher nie so.rechtsseitig hatte ich 2 monate ein normales schweißaufkommen, jetzt ist es fast wieder wie früher.unter dem arm sogar schlimmer.ich schwitze an den beinen und am rücken so sehr, dass immer wenn ich von einem stuhl aufstehe schweißflecken zu sehen sind.das einzige, was ich positiv sehe ist, dass ich nciht mehr rot werde.naja, ich werde nur noch auf einer seite rot.in der mitte meines gesichts ist wie mit dem lineal ein strich gezogen.rechts:normale farbe, links:rot!ist das schlimmer als normal rot zu werden?das muss jeder für sich selber entscheiden.ich persönlich finde es schrecklich im fitnessstudio werde ich angesehen, als hätte ich 2 nasen und auch in der schule ist es unglaublich peinlich.

nach zahlreichen gesprächen mit ärzten, auch dem arzt der mich behandelt hat, ist für mich klar, dass mir die nebenwirkungen, die solch ein eingriff mit sich bringt, nicht klar waren.neben dem auge und dem vermehrten schwitzen sind es haarausfall, pickel und meine nase ist immer zu, da die nasenschleimhaut wohl auch mit dem nervus sympathicus zusammenhängt, sie ist total ausgetrocknet. weitere sachen, die folgen der nebenwirkungen sind, sind u.a. nasenbluten.
nachdem ich den arzt mit diesen fakten konfrontiert habe, und er sich mein auge angesehen hat, hat er eingeräumt, dass es nie fälle mit einem leichten "horner-syndrom" gab.offensichtlich ist es schon öfter vorgekommen, nur nie in diesem maße.die gesamte reaktion von meinem körper auf diesen eingriff sei wohl sehr ungewöhlich und ich habe wohl nie mehr die möglichkeit, mein körper in ein gleichgewicht zu bringen.der arzt will die zweite seite bei mir nicht mehr machen.davon abgesehen bin ich mir nicht sicher, ob ich es überhuapt wollen würde.

ich will niemandem angst machen mit meinem eintrag.ich will nur erzählen, was bei mir passiert ist.ich habe die gefahr unterschätzt und muss nun mit den folgen leben.überlegt es euch genau, wenn ihr diesen eingriff machen wollt.auch wenn ihr jetzt denkt, eine leichte asymmetrie im auge sei zu verkraften.es ist ein herber schlag, wenn man merkt dass die einzige hoffnung zerschlagen wird.ich werde wohl noch einige zeit brauchen, bis ich mich damit abgefunden habe, und hoffe, das entgegen der behauptungen der ärzte, sich mein nerv am auge vielleicht doch noch erholt.
Like it auf Facebook, +1 auf Google, Tweet it oder teilen Sie diese Thema auf einer anderen Website.
  • AW: erfahrungsbericht:nervus sympathicus-eingriff

    von » 10 years ago


    Hallo Anitazwei,

    vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht.
    Auch ich interessiere mich sehr für diese OP.

    Was dir da passiert ist, ist so schlimm.
    Du siehst die OP als letzte Hoffnung und dann
    wird dadurch alles noch viel schrecklicher.

    Ich kann mir nur ansatzweise vorstellen, was
    du gerade durchmachst.
    Es tut mir sehr sehr leid.

    Ich wünsch dir ganz viel Kraft und hoffe
    dein Auge bessert sich doch noch.


    Liebe Grüße Cleo

  • AW: erfahrungsbericht:nervus sympathicus-eingriff

    von » 10 years ago


    danke cleo :)

    ich hab gerade bemerkt dass ich da 2-3 sachen missverständlich formuliert hab, weil ich so im schreiben drin war, dass ich garnicht so drauf geachtet hab.:blush:
    also es gab fälle mit einem "leichten" horner-syndrom auch schon vor mir...der arzt hat das verschwiegen; es war übrigens ein arzt aus wiesbaden
    ich weiß nciht ob das jetzt als rufmord gilt, wenn cih den namen nenne?! ich lass es mal lieber^^

    und das hier "nach zahlreichen gesprächen mit ärzten, auch dem arzt der mich behandelt hat, ist für mich klar, dass mir die nebenwirkungen, die solch ein eingriff mit sich bringt, nicht klar waren."
    ist auch seltsam aus meinem kopf herausgekommen..naja ihr wisst ja was ich meine bestimmt, wenn nicht fragt nochmal nach :)

    liebe grüße

  • AW: erfahrungsbericht:nervus sympathicus-eingriff

    von » 10 years ago


    bild

  • AW: erfahrungsbericht:nervus sympathicus-eingriff

    von » 10 years ago


    Hallo anitazwei,

    wir sind eine Film- und Fernsehproduktionsfirma und würden gerne einen Beitrag zum Thema „Hyperhidrose" machen. Dabei möchten wir anhand von Fallbeispielen zeigen, dass Hyperhidrose ein großes Problem für die Betroffenen darstellt und einige Behandlungsmethoden große Risiken bergen, auf welche manche Ärzte nicht ausreichend Hinweisen.

    Bei meiner Recherche bin ich auf deinen Forumseintrag gestoßen, in dem du über deine schlechten Erfahrungen berichtet hast. Wir würden dich gerne in unserem Fernsehbericht zu Wort kommen lassen, denn es gibt viele Menschen, die ebenfalls unter Hyperhidrose leiden, und denen deine Geschichte vielleicht helfen könnte, nicht die gleichen negativen Erfahrungen zu machen.

    Wenn du also Lust hast, uns mehr über deine Erlebnisse zu erzählen, dann schreib mir einfach eine kurze Mail an hutny at fabula-film.de. Ich würde mich sehr darüber freuen.

    Schöne Grüße,
    David Hutny

  • AW: erfahrungsbericht:nervus sympathicus-eingriff

    von » 10 years ago


    Also nach dem was du so geschrieben hast klingt der Arzt für mich nach einem ziemlichen Stümper und Betrüger! An deiner Stelle würde ich zu einem anderen Arzt gehen, mich beraten lassen ob man da nicht doch noch etwas machen könnte, und ob der erste Arzt vielleicht Fehler gemacht hat. Allein schon dass er dir erst vorlügt es hätte bei keinem seiner Fälle bis jetzt Nebenwirkungen gegeben ist eine dermassen grosse Frechheit!! Der sollte sich mal klar machen was er damit anrichtet! So kann er vielleicht in anderen Bereichen arbeiten, wie zum Beispiel an Tieren, aber da geht es ja um Menschen die er damit zerstören kann! Ich würde dass nicht so einfach hinnehmen. Kapitalismus der übelsten Sorte!

    Ich hoffe echt für dich dass dein Auge wieder normal wird, und auch der Nerv sich vielleicht wieder erholt.

    Ganz liebe Grüsse,

    manu

  • AW: erfahrungsbericht:nervus sympathicus-eingriff

    von » 10 years ago


    Hallo Anitazwei,

    ich möchte mich dem Rat anschließen.

    Vielleicht wäre es eine Idee mit dem Deutschen
    Hyperhidrosezentrum in Kontakt zu treten.

    [Admin: Link entfernt wegen deutlicher Häufung der immer gleichen Domain]

    Ich hatte schon Email-Kontakt, die sind dort
    wirklich sehr nett.
    Vielleicht kann man dir ja doch noch helfen.

    Liebe Grüße Cleo

  • AW: erfahrungsbericht:nervus sympathicus-eingriff

    von » 3 years ago


    hallo liebe gemeinde,

    ich leider seit ich denken kann an hyperhidrose an händen, füßen und axeln. ich habe mich jetzt dazu entschieden, zwecks einer endoskopischen transthorakalen sympathektomic (ets) zu dr. schick nach münchen zu gehen.
    der oben verfasste bericht liest sich schrecklich und ich habe angst und bedenken. weiss einer, ob sich das verfahren im lauf der jahre verbessert hat? die klinik sagte mir, es handle sich hierbei um einen "routineeingriff", das klingt nach pipifax. was kann man gegen das horner-syndrom tun? ich verstehe es so, dass das irreversibel ist. der sympathicus wird jedoch nur abgeklemmt, durch das entfernen dieser klammer sollte er dann doch wieder "normal" funktionieren und sich der alte zustand am auge wiederherstellen. ich weiss nich, was ich tun soll. ich kann vor- und nachteile nicht aufwiegen. ich möchte so wie es ist nicht weiterleben, das ist für mich ganz klar. allerdings schreckt mich das horner-syndrom und auch das grosse fragezeichen, welches man hinter kompensatorisches schwitzen setzen muss, wirklich ab.

    was tun?... :dry: :ohmy: :( :blush:

  • AW: erfahrungsbericht:nervus sympathicus-eingriff

    von » 3 years ago


    so, liebe leidensgenossen, den eingriff habe ich durchfuehren lassen. habe eben in einem anderen threat noch eine kleinigkeit dazu geschrieben. wuerde mich freuen, wuerdet ihr das lesen - und euch dann (spoiler alert!) zu einer OP entscheidet.

    lesen koennt ihr es hier:

    http://www.hyperhidrosehilfe.de/hyperhidrose-forum-mainmenu-10000/9-hyperhidrose-schwitzen/223729-lebens-u-leidensweg-mit-hh--ets-durchgefuehrt?limit=25&start=75#224533

Bitte einloggen, um zu diesem Thema zu antworten.

Neue Themen

Kostenübernahme KK


Starkes schwitzen seit paar Jahren

Gewöhnungseffekt !?!

Ambulante Suctionscürretage