Leider wird mein Bericht unter der Rubrik " Berichte " nicht veröffentlicht, da ich meine Adresse, Namen und Telefonnummer nicht bekannt geben möchte. Deshalb auf diesem wege.

Hyperhidrose – ETS/ETSC OP

Im vorab ein paar kurze Worte zu meiner Person. Bin männlich, im Jahr der OP bin ich 23 geworden und wohne im Großraum Nürnberg/Erlangen. Ich schwitzte hauptsächlich an den Füßen/Achseln und Händen. Habe mir aber nur die Hände mittels Titanclips blockieren lassen, da ich mit AHC30 und Iontophorese dem Achselschweiß größtenteils her werde. Füße waren mir nicht so wichtig, außerdem ist dies eine etwas andere OP, die in der Regel auch auf zweimal gemacht wird und mit mehr Risiko verbunden ist. Alles was ich hier in diesem Erfahrungsbericht schreibe, dient nur zur groben Übersicht und geht von meiner Sicht aus, mit Sicherheit habe ich einiges vergessen und evtl. auch ein paar Sachen zu dramatisiert. Ob alles was ich technisch und medizinisch beschreibe richtig ist, bezweifle ich einfach mal. Auch grammatikalisch werden hier einige Fehler eingebunden sein, habe es so gut wie es mir möglich war probiert meine Erlebnisse und Erfahrungen mit der OP hier darzustellen.

Nach langen hin und her, etlichen Salben, Tabletten und Therapien habe ich mich mit der ETS – OP angefreundet. Also habe ich nach einigen Wochen Überlegung, einlesen und einfach aus dem Schamgefühl und den andauernden Peinlichkeiten im alltäglichen Leben einen Termin bei Hr. PD DR. Schick in München vereinbart. Diesen Dr. habe ich unter einigen wenigen Ärzten im Internet gefunden ( alternative Dr. Schaar in Berlin, und noch einen gibt’s, der allerdings in Italien seine Praxis hat – jedoch sind beide für mich weiter zu fahren gewesen), die anscheinend etwas von dieser Krankheit verstehen. Als erstes habe ich einmal per Email angefragt, ob es denn nach meiner Behandlungslaufbahn sinnvoll sei eine OP in Betracht zu ziehen oder nicht. Nach ca. 2 Tagen habe ich dann ein Antwort per Mail erhalten, dass man hierzu erst einmal einen Schweißmuster und Mengentest machen soll/muss. Hierzu soll ich anrufen und einen Termin vereinbaren. Also habe ich einen Tag darauf angerufen und mir einen Termin geben lassen, der auch schon etwa 30 Tage später war. Vorab musste ich einen Fragebogen ausfüllen, mit so allgemeinen Sachen wie Krankenkasse, Name, Adresse usw., und dann auch etwas über das Schwitzen, wo überall, wie heftig, welche Behandlungen schon gemacht wurden, was einem an der Krankheit stört und was man sich von einer OP erhofft und ob man denn auch Psychische Probleme durch das HH hat. Dann war es soweit, der Tag X war da. Da ich ab und zu auch kurze Phasen ( ich rede von ein paar Stunden ) dabei hatte, wo ich nicht so sehr stark geschwitzt habe, hatte ich im voraus Angst damit ich bei diesem Schweißmuster und Mengentest „durch falle“, war aber Gott sei dank nicht so. Ich hatte zwar bei diesem Test nicht gerade einen super Schweißanfall, aber die besagte Grundfeuchte war schon da. Der Test ist relativ einfach, man kommt in einen sepperaten Raum, bekommt an die Fußsohle, an die Handinnenfläche, Stirn und an den unteren viertel des Rückens kleine Pads geklebt. Zu den Pads laufen jeweils zwei Schläuche von einem Messgerät. Ich vermute das in einem Schlauch trockene Luft hineingepresst wird und im anderen wieder raus gesaugt wird und dabei die Haut die „Feuchte“ an die Luft abgibt. Bei mir wurde die rechte Hand und der rechte Fuß gemessen ( in diesem Fragebogen musste man auch angeben welches das Sprungbein welche die Schreibhand ist, ich bin Rechtshänder und Rechtsspringer ). Vor bzw. während des Tests bekommt man eine Tasse heißes Wasser zu trinken damit der Kreislauf angeregt wird. Das ganze dauert ca. 15 min., dann wurde noch mit Hilfe eines saugfähigen Lappens bzw. Papiertuches die Feuchte in den Achseln gemessen. Diese muss man für ca. 1 min unter beiden Achseln einklemmen und wird anschließend gewogen. Anschließen war ich noch für ca. 5 min im Warteraum und wurde dann auch schon von der Sprechstundenhilfe die übrigens beide sehr nett und aufgeklärt waren zu Herrn Dr. Schick gebracht. Dann hatte ich ein kurzes aber doch knackiges Gespräch mit Dr. Schick, der mich dabei auch nochmals untersuchte. Ich habe hierbei alle meine bisherigen Therapien und versuche erläutert und erklärt was mich so alles an der Krankheit stört. Dann hat er mir eigentlich doch auch zugestimmt, dass eine ETS die beste Möglichkeit wäre um die Symptome von HH zu behandeln. Er schlug mir lediglich noch Botox vor bzw. erwähnte es der vollständigkeitshalber noch, die aber seiner Meinung nach gerade in den Handbereich sehr schmerzhaft sei und auf die Jahre gesehen auch sehr teuer ist ( an Händen und Füßen zahlt hier die Krankenkasse nicht, Behandlung würde so ab 500€ für ca. 4 – 6 Monate Schweißfrei kosten ). Medikamente lehnte der Dr. auch ab, da ich mit 23 Jahren noch so einige Zeit davon abhängig sei. Sehe Ich genau so. Er erklärte mir dann noch die Vorgehensweise bei der OP, die Risiken ( Horner-Syndrom ) und Nebenwirkungen ( Kompensatorisches Schwitzen usw. ). Er meinte, ich soll mir das nun alles nochmal in Ruhe überlegen und bei einem Entschluss für die OP einfach nochmal anrufen um das weitere Vorgehen zu klären. Auch wenn irgendwelche Fragen aufkommen würden, einfach nochmals anrufen und nachfragen. Bereits am nächsten Tag habe ich in der Praxis angerufen und mir einen Termin geben lassen. Dieser war ca. 1,5 Monate später, was mich natürlich etwas positiv überrascht hat. Für den OP-Termin habe ich ein Schreiben bekommen in dem der Termin bestätig wurde und mir nochmals mitgeteilt wurde, was ich im vorab alles zu erledigen habe.
Zwischenzeitlich habe ich immer wieder mal Bedenken gehabt, ob eine OP wirklich die beste und wirksamste Methode gegen das Schwitzen ist. Was man in diversen Foren alles so lesen kann, wie Hornersyndrom, Kompensationsschwitzen, Geschmacksschwitzen oder einfach den Misserfolg/nicht gelingen der OP ( immerhin 2 % ) haben mich da dann schon gelegentlich geschockt und verunsichert. Zudem habe ich die letzten paar Tage festgestellt, dass ich gelegentlich auch mal an den Beinen, Oberschenkeln und dem Rücken schwitze. Man muss aber dazu sagen, dass wir die letzten paar Tage 25 – 30°C hatten. Wusste nicht, ob das dann normal sei oder ob es nur bei mir so ist. Aber kneifen wollte ich jetzt auch nicht mehr. Termin steht und ich wollte hingehen.
Eine Woche vor der OP habe ich nun einen Termin für die Untersuchungen bei meinem Hausarzt gemacht. Es werden folgende Voruntersuchungen für die OP gemacht:
Laboruntersuchung des Blutbilds, kleine Gerinnung, Elektrolyte, Kreatinin, EKG, zusätzlich bekommt man eine Krankenhauseinweisung und eine Überweisung in die Chirurgie. Bei mir hat das ganze ca. 1 Stunde gedauert, habe aber hiervon ca. ½ Stunde gewartet.
Eine Woche vor der OP musste ich die Vagantintabletten und das AHC20 absetzen, damit es bei der OP keine Probleme gibt und damit man nach der OP auch den Erfolg bzw. Misserfolg der OP sehen kann.
So, dann war es soweit. Der OP-Besprechungstermin war da. Also habe ich mich Mit dem Auto auf die ca. 300 KM Reise nach München angetreten. Da die OP erst am Tag darauf geplant war, hab ich mir in München ein Hotel genommen das praktischerweise keine 200m vom Krankenhaus ( Isar Kliniken ) entfernt war. Der Besprechungstermin war bei Dr. Schick in der Praxis, hier hat er nochmals alles erklärt wie vorgegangen wird, welche Komplikationen entstehen könnten und wie der allgemeine Ablauf sein wird. Anschließen hat er mich in die Klinik geschickt, um den Brustraum zu röntgen, ein Narkosevorbereitungsgespräch mit der Narkoseärztin zu führen und die genaue Uhrzeit der OP zu verfahren. Überraschender weise, musste ich am OP Tag schon um 7 Uhr in der Klinik sein ( gut dass ich ein Hotel in der Nähe hatte ).
Also war ich am Folgetag um 7 Uhr da. Musste nur ein paar Minuten warten und wurde dann für die OP vorbereitet ( ausziehen, umziehen, Gepäck abgeben, auf Liege legen und wieder mal Fragen beantworten ). Dann wurde ich in die Anästhesievorbeitung geschoben, hier wurde mir eine Nadel für spätere Infusionen und die Narkose in den Handrücken gestochen. Soweit alles gut. Nun lag ich noch ein paar Minuten auf der Krankenliege und wurde dann von einer OP-Schwester abgeholt und sind dann ein paar Schritte zu dem OP-Saal gegangen. Hier wartet auch schon Dr. Schick, ein paar Schwestern und die Narkoseärztin. Dr. Schick hat mich auf dem OP-Tisch ( eigentlich ist es eine voll bequeme Matte ) für die OP fixiert ( da zum teil unter den Axeln operiert wird, müssen die Hände während der OP etwas angehoben sein ). Im Anschluss hat die Narkoseärztin mir dann eine Sauerstoffmaske an den Mund gehalten und mir kurz und knapp erklärt dass ich gleich sehr müde werde und ich bescheid geben muss wenn ich das merke. Und schon war ich im Tiefschlaf. Von der OP weiß ich nichts. Als ich dann im Aufwachraum wieder etwas bei mir war, musste ich feststellen das mir sehr übel war. Aber na gut, dass hat sicher innerhalb von 20 min. wieder gelegt und wurde dann auf das Krankenzimmer gebracht. Da lag übrigens auch ein Patient mit Hyperhidrosis der die gleiche OP wie ich hatte. An diesem Tag habe ich nicht mehr wirklich viel mitbekommen, lag wahrscheinlich an der Narkose und den 2 – 3 Infusionen die mir verabreicht wurden. Um die Lunge wieder auf Vordermann zu bringen ( die wird ja mit Gas irgendwie etwas zusammengedrückt ) habe ich ein recht einfaches „Lungentrainingsgerät“ bekommen, mit dem man alle 30 min. ca. 15 Atemzüge machen musste. Irgendwann Nachmittags kam dann auch mal Dr. Schick vorbei und hat berichtet dass alles einwandfrei gelaufen sei. Abends gab‘s dann auch schon eine Kleinigkeit zu Essen. Musste aber leider feststellen, dass links und rechts zwei Schläuche aus meinem Brustkorb rauskommen die teilweise mit Blut gefüllt waren. Mittlerweile hatte ich tierische schmerzen. Das waren Dränagen, die das Blut und irgend ein Gas ( glaube ich zu mindestens ) langsam aus dem Brustkorb rausholen. Dass hat wirklich höllisch geschmerzt, vor allem wenn die Flaschen ,die man übrigens immer mit sich rumtragen muss, wegen zu niedrigem Druck gewechselt werden. Ganze 24 Stunden muss man diese Schmerzen ertragen. Mein Zimmernachbar hatte nur einen Schlauch, dann ließ ich mir erklären, es könnte sogar sein dass man gar keinen bräuchte. Kommt darauf an, ob es im Brustkorb Verwachsungen gibt, die getrennt werden müssten und/oder ob man das ganze Gas absaugen konnte. Zum Glück gibt’s im Krankenhaus Schmerzmittel ( Ibpro.... 600 ) in Hülle und Fülle, die erleichtern das Ganze etwas. Am Tag nach der OP muss man nochmal zum röntgen. Bei der Visite schaut Dr. Schick dann nochmals kurz auf die Wunden. An diesem Tag gibt’s auch schon Frühstück/Mittagessen und Abendbrot. Das kann man sich übrigens aus der Tageskarten größtenteils selbst zusammenstellen. Hat man die zweite Nacht überstanden, werden am nächsten Tag die Dränagen gezogen. Brennt für ein paar Sekunden und dann wird das mit dem Schmerz wirklich minütlich besser. Bei mir und laut Dr. Schick auch bei vielen anderen sogar so gut, dass man am gleichen Tag noch entlassen werden kann. Wenn die Schläuche raus sind, muss man nochmal zum röntgen. Dann schaut sich der diensthabende Stationsarzt ( in diesem Fall nicht Dr. Schick ) die ganzen Röntgenaufnahmen nochmal an, passt alles wird die Infusionsnadel gezogen und man wird auf Wunsch entlassen. Man könnte natürlich noch bleiben, muss aber sagen die Schmerzen sind wirklich wie weggeblasen. Bei der ETS sind es pro Seite 2 kleine Schnitte/Wunden von ca. 7mm entstanden, eine wird sofort bei der OP geklebt, die zweite ( für die Dränage ) wird mit einem speziellen Pflaster abgeklebt. Nun hat man noch für einige Tage ein paar Einschränkungen wie z.B. keine Sauna, nicht Baden, kein Leistungssport usw., die man aber gerne in kauf nimmt. Die Pflaster und der Kleber fallen nach ein paar Tagen von selbst ab, aber wenn möglich solange wie’s geht drauf lassen.
Im Anschluss muss ich noch ein paar Worte über das Krankenhaus ( Isarkliniken ) verlieren. Das Haus ist wirklich sehr modern ausgestattet. Ich war auf einem Dreibettzimmer, die ein gemeinsames Bad/Toilette haben, was ich noch in Ordnung finde. Die Krankenbetten sind elektrisch zu verstellen, jedes Krankenbett hat einen eigenen Fernseher ( bitte Kopfhörer verwenden ), Radio und Telefon ( Handys sind erlaubt ). Die medizinischen Geräte wie z.B. Röntgengerät sind neu bzw. modern. Das Personal sowie die Ärzte sind im großen und ganzen alle sehr nett und hilfsbereit. Wenn man Patient von Dr. Schick ist, muss man hier auch keinem erklären warum man operiert wird, sowohl Anästhesie, Pflegepersonal, OP-Personal und wer weiß ich noch aller weiß über die Krankheit Hyperhidrose bescheid. Tiefgarage kostet übrigens pro Tag 15€ ( für Münchner Verhältnisse O.K. ).
Wenn ich die OP nochmal machen müsste, würde ich auf jeden Fall so feuchte Reinigungstücher für den Körper mitnehmen. Das Desinfektionsmittel, dass die vor der OP auf die Haut schmieren ist wirklich sehr hartnäckig und färbt auch mit der Zeit ab ( das Mittel ist orange ). Wichtig ist ein bequemer Jogginganzug, wo die Ärmel auch etwas weiter sind damit man leicht reinkommt ( man hat eine Nadel im Handrücken und evtl. einen oder zwei Schläuche die aus dem Brustraum kommen ). Ansonsten braucht man eigentlich nichts besonderes. Ich hatte auch meinen Laptop dabei, hab den aber nicht einmal eingeschaltet. Was evtl. noch gut wäre, so Ohrstöpsel ( Ohropax ), die haben im Krankenhaus zwar auch welche, das sind aber so gewachste Teile, die tierisch kleben und auch nicht gerade von Spitzenqualität sind. Braucht man aber nur wenn man einen Nachbarn hat der Schnarcher ist.
Als ich entlassen wurde, bin ich die ca. 300 KM mit dem Auto ohne große Vorkommnisse gefahren ( Verkehr in München ist echt pervers ). Im nachhinein würde ich wohl mit der Bahn fahren, ist nach so einer OP einfach angenehmer, vor allem wenn man noch mehr an Strecke wie ich hat. Und ich glaube auch, dass es mit der Bahn vielleicht sogar günstiger ist ( pro Tag 15€ Parkgebühr, Sprit und Abnutzung ). Zuhause angekommen habe ich mich erst einmal hingelegt, hab es vermieden auf der Seite zu liegen um die Wunden nicht zu belasten, bin hier etwas vorsichtig. Die ersten zwei Tage Zuhause ( Samstag und Sonntag ) hab ich mich noch etwas an den Pflastern gestört und bin hauptsächlich im Bett gelegen und hab mir mit TV und Internet die Zeit vertrieben. Die ETS hat ab der OP gewirkt, hatte aber so ca. 5 – 10 kleine und kurze Schweißausbrüche an den Händen, hat sich zumindest so angefühlt. Könnte auch sein, dass es das sagenumwogene „Phantomschwitzen“ war ( also man schwitzt nicht, aber der Körper meint er schwitzt da und lässt es uns glauben ) oder könnte auch von den Infusionen/Tabletten gewesen sein. Dr. Schick meinte aber, man muss erstmal ein paar Tage bis 3 Wochen warten, bis sich der Körper auf die neuen Verhältnisse einstellen kann. Nicht gleich jeden Schweißausbruch für Kompensationsschwitzen oder für eine fehlerhafte OP ansehen. Aber was ich total genial finde, die Hände sind jetzt in der Regel auch warm. Das habe ich ja noch nie gehabt. Ein richtig gutes Gefühl wenn man trockene und warme Hände hat.
Nach dem ersten Wochenende bin ich zum Hausarzt und habe mich nochmals für ein paar Tage krankschreiben lassen. Man bekommt von der OP eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für 5 Tage ( so zu mindestens bei mir gewesen ), war mir aber irgendwie zu wenig. Da ich beruflich auch schon öfters mal körperlich schwer heben muss und auch kein Bürojob habe war mir das ganze etwas zu gefährlich. Meiner Ansicht nach, könnte man wenn man in einem Büro arbeitet und nicht gerade zwei Drainagen hatte auch schon wieder arbeiten gehen. Dies wird jeder Mensch anderes beurteilen.
Nun, genau eine Woche nach der OP fühle ich mich ganz gut, die Pflaster ziehen noch etwas aber ansonsten alles gut. Das Kompensationsschwitzen konnte ich bis jetzt noch nicht wirklich feststellen, bin aber auch die meiste Zeit in der Wohnung und hier ist es schön kühl.
Am 8.Tag nach der OP musste ich wieder den Kühlschrank auffüllen und bin deshalb zu einkaufen gefahren und habe hier mein erstes kompensatorisches Schwitzerlebnis gehabt. Bei der Autofahrt ( Außentemperatur ca. 25°C ) habe ich leicht am Rücken und etwas stärker an den Beinen geschwitzt. An den Beinen war es schon etwas unangenehm, aber noch auszuhalten. Bin aber nur Auto gefahren, war also körperlich ausgeruht. Sobald ich aus dem Auto raus war, hat es aber Gott sei Dank aufgehört. Es ist auch leicht der Wind gegangen, der hier gegen das unangenehme Gefühl geholfen hat. War schon eine unangenehme Sache, aber für mein Empfinden immer noch besser als verschwitzte Hände. Aber wie gesagt, die ersten 3 Wochen soll man nicht alles auf die Goldwaage legen und außerdem soll das kompensatorische Schwitzen mit der Zeit weniger werden. Mal schau ...
Zwischen 8. Und 9. Tag als ich Nachts im Bett lag, wachte ich auf und stellte fest, dass meine Beine schon wieder schwitzten. Habe mir dann eine andere Decke geholt, da die ich verwendete anscheinend etwas zu warm war. Nach dem Tausch war auch alles wieder in Ordnung.
Am 9.Tag hatte ich das bisher stärkste Schwitzen am Rücken ( wieder mal beim Autofahren ), hier hat man direkt die nassen stellen am T-shirt ( hellblaues Shirt ) gesehen. Am Folgetag war es soweit, die Pflaster die auf den „Drainagenwunden“ waren könnten nun endlich ab. Lass diese aber solange drauf wie es geht aber ab nun werde ich wieder wie gewohnt duschen, baden und mich auch nicht mehr so körperlich schonen. Diese Pflaster kleben sowieso verdammt gut und wenn ich die mit Gewalt runter mache hätte ich angst, dass die Wunden aufreißen. Bin hier wie ein Mädchen ;-)
Nun, am 10 Tag nach der OP gehen die Pflaster schön langsam ab, behaupte mal das wird durch das Baden und Duschen beschleunigt. Allerding würde ich, falls ich die OP nochmal machen müsste, mir die Achseln vor der OP auf jeden Fall rasieren. Wenn die Pflaster abgehen, verklebt hier alles und das kann ab und zu schon etwas reißen, ziehen und schmerzen. Aber sonst ist alles O.K.
Am 11.Tag nach der OP bin ich wieder in die Arbeit, bis auf ein paar kleine Einschränkungen wie über Kopf arbeiten usw. geht eigentlich alles recht gut. Leider hatte ich mir das Schwitzen an den Beinen und am Rücken etwas angenehmer vorgestellt. Die Beine waren bei mir jetzt nicht voll durchnässt, aber eine gewisse leichte Feuchte war schon da. Das gleiche am unteren Rücken. Aber ich empfand es jetzt nicht so störend wie wenn die Hände feucht/nass sind. Wenn sich das mit den Beinen und dem Rücken noch etwas bessert, bin ich voll und ganz zufrieden.
Am 16.Tag nach der OP musste ich gelegentlich eine leicht schwitzende Stirn dulden, dafür war es mit den Beinen nicht so schlimm. Nach meiner Empfindung ist es allgemein etwas weniger schwitzen geworden. Die Pflaster sowie der Kleber halten immer noch. Seit ein paar Tagen bin ich dazu übergegangen die abstoßenden Pflasterstellen mit einer Schere abzuschneiden und die freie Haut dann mit einer Wund und Heilsalbe ein zu cremen.
Heute, 3 Wochen nach der OP sind die Pflaster komplett runter. Die Narben an bzw. in der Achsel sind kaum zu sehen, die an den Rippen schon etwas. Diese sind aber auch nur ein paar Millimeter lang und noch frisch. Wird sich mit Sicherheit noch verbessern.
Heute, ca. einen Monat nach der OP hatte ich bei 30°C Außentemperatur das schlimmste Kompensatorische Schwitzen. Mein Rücken war nicht nur feucht, sondern richtig nass. Auch an den Beinen und Oberschenkeln war es wieder da, das Schwitzen. So schlimm war es noch nie. Für ein paar Minuten bereute ich die OP fast. Hoffentlich bessert sich das noch ....
Trotz des KS am Rücken und den Beinen, das sich übrigens die letzten paar Tage gebessert hat, bin ich der Meinung dass der Fußschweiß weniger geworden ist ( Stand gut einen Monat nach der OP ). Wird sich aber bei der Nachuntersuchung bei Dr. Schick denke ich einmal herausstellen ob sich hier wirklich etwas gebessert hat oder ob dies nur Einbildung ist. Aber um nochmals zu verdeutlichen, meiner Ansicht nach ist die Lebensqualität trotz KS besser, wenn auch nicht ideal oder normal.
Jetzt, ca. ein halbes Jahr nach der OP habe ich momentan kein großes KS mehr, wir haben aber jetzt auch November und draußen Temperaturen von 5°C. Trotz allem hätte ich vor der OP im November nasse/feuchte Hände gehabt, dies habe ich jetzt nicht mehr. Der Umgang mit anderen Menschen fällt mir ( so empfinde ich ) von Woche zu Woche leichter. Dies fällt mir vor allem im Berufsleben auf, aber auch im privaten geht einiges leichter. Angefangen vom täglichen Einkauf bis hin zum Arztbesuchen. Leider sind bei mir mit der Zeit die kleinen Narben etwas aufgegangen und sehen etwas unschön aus, das werde ich aber demnächst in Angriff nehmen und mich bzw. die Narbe Lasern lassen.
Zum Abschluss behaupte ich einmal, die OP war eine gute Entscheidung und würde diese jedem weiter empfehlen. Die Lebensqualität hat sich doch um einiges gebessert, ich kann jetzt Leuten die Hand geben ohne mich schämen zu müssen, kann etwas unterschreiben ohne das mir danach das Papier an der Hand klebt und Autofahren ohne am Lenkrad abzurutschen. Solche Erlebnisse stärken das Selbstbewusstsein sehr. Super finde ich auch die warmen Hände, dass kannte ich vorher gar nicht. Auch das „Herzrasen“ hat sich bei mir etwas verbessert ( hat mich aber zuvor auch nicht gestört ). Hierfür würde ich das ( andauernde ) Kompensatorische Schwitzen am Rücken gerne in Kauf nehmen.


Grüße
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  • AW: Meine ETS OP im August 2012 - Bericht

    von » 5 years ago


    Kleines Update:
    Jetzt, ca. 9 Monate nach der OP habe ich gelegentlich bei körperlicher Anstrengung noch KS ( vor allem an den Beinen und etwas am Rücken ), konnte bis jetzt leider nicht raus finden ob das normal ist, also das Schwitzen bei der Anstrengung oder ob das wirklich nur ein KS ist. Manchmal finde ich das das Fußschwitzen stärker geworden ist, kann ich aber auch nicht wirklich feststellen, ist nur so ein Gefühl. Frühers habe ich auch bei "Stress" recht schnell an den Händen geschwitzt, hier kann ich kein KS feststellen.
    Bis jetzt muss ich sagen bereue ich die OP nicht. Ich kann meine Hände ganz anders einsetzen, sowohl im sozialen Leben als auch im beruflichen Leben. Mal sehen wie der Frühling wird.

  • AW: Meine ETS OP im August 2012 - Bericht

    von » 5 years ago


    Grüße andi,

    Mir geht es genauso !
    Mal sehen wie der Sommer würd!

    Gruß

  • AW: Meine ETS OP im August 2012 - Bericht

    von » 5 years ago


    @Rich und Andi

    Vielen Dank, für eure wertvollen Infos. Bitte gebt im Sommer nochmals ein feedback.


    Gruss

  • AW: Meine ETS OP im August 2012 - Bericht

    von » 4 years ago


    hallo andi, hallo rich,
    hallo allseits,

    mir steht meine ETS in zwei wochen bevor (auch bei Dr. Schick). von den umständen her wie es vor der OP ist kann ich mich 1:1 dem andi anschließen. bin gespannt was passieren wird. andis beitrag ist super beschrieben und total hilfreich!

    @andi: wie siehts bei dir aktuell aus mit ks?

    lg

  • AW: Meine ETS OP im August 2012 - Bericht

    von » 4 years ago


    Hallo Andi. Ich hatte, genau wie du, 2012 eine ETS. Wie geht es dir heute? Hast du, so wie ich, auch oft (unterschiedlich) kalte hände?

  • AW: Meine ETS OP im August 2012 - Bericht

    von » 4 years ago


    kalte Hände? hab ich eigentlich nicht.
    Was ich aber in letzter Zeit merke bzw. fühle, dass sich der Fußschweiß wohl nicht gemindert hat. Hände sind immer noch 100% trocken. Trotzdem würde ich die OP immer wieder machen. Das KS hält sich in grenzen und ist in 75% nicht sichtbar. Wenn das T-Shirt mal einen nassen fleck hat, dann weil es draußen 30°C und Bewegung schuld sind. Das haben normale Menschen aber ( glaube ich ) auch.

  • AW: Meine ETS OP im August 2012 - Bericht

    von » 4 years ago


    Ja, Andi, das ist wohl mehr als normal. Es würde mich freuen, wenn wir locker Kontakt halten. Es interessiert mich, wie sich Körpergefühl und Nebenwirkungen (Schweißfüße) bei dir in den nächsten Monaten/Jahren weiterentwickeln.

    - Interessant, dass die Nebenwirkungen von den einzelnen ETSlern so unterschiedlich wahrgenommen werden.
    Das verdeutlicht mir immer mehr, dass eine ETS einer Tombola gleicht. Wenn man Glück hat, zieht man den Hauptgewinn (Ziel erreicht + keine Nebenwirkungen). Wenn man weniger Glück hat, zieht man einen Trostpreis (Ziel überwiegend erreicht, erträgliche Nebenwirkungen). Und wenn man Pech hat, zieht man eine Niete (Ziel kaum oder gar nicht erreicht, heftige Nebenwirkungen).
    Ob man Hauptgewinn, Trostpreis oder Niete zieht, hängt von der körperlichen Konstitution jedes einzelnen ETSlers ab. Und von dem Grundproblem, das die meisten ja niemals gefunden haben und daher die ETS als einzigen Ausweg gesehen haben. Bei mir persönlich kristallisiert sich immer mehr heraus, dass mein Hauptproblem im Darm liegt. Seit ich meine Ernährung auf "darmfreundlich" umgestellt habe, verblassen sukzessive all meine körperlichen und mentalen Probleme. Und davon habe/hatte ich einen ganzen Blumenstrauß. Im Frühjahr 2013 habe ich mich einer Magen- und Darmspiegelung unterzogen. Das Ergebnis: "Freuen Sie sich! Sie sind gesund! Ihre Probleme? Ach, das ist nur psychisch bedingt." Wie sich jetzt rausstellt, war diese Aussage von vorne bis hinten Bullshit. Wenn ich nicht weiter selbst nach meinem Grundproblem gesucht hätte, würde ich heute vermutlich freiwillig nicht mehr unter den Lebenden weilen. Ich kann jedem, der sich neben seinem Schwitz-Problem insgesamt nicht ganz gesund fühlt, nur dazu raten, seine Ernährung 4 Wochen lang (zur Probe) konsequent auf darmfreundlich/darmfloraaufbauend umzustellen. Das ist nicht einfach, denn es lauern viele ernährungstechnische Fallstricke... Ich habe jetzt, nach einem halben Jahr Tüftelei, die für mich optimalen Lebensmittel gefunden.

  • AW: Meine ETS OP im August 2012 - Bericht

    von » 4 years ago


    Hey Andi. Wie kann ich dich anschreiben ? Ist das etwa nicht möglich ? Hab da ein paar fragen. Lg

  • AW: Meine ETS OP im August 2012 - Bericht

    von » 4 years ago


    Hi HELU,

    bei mir ist das ähnlich. Bei Darm- oder Bauchbeschwerden geht es immer richtig ab mit dem Schwitzen, ernähre mich aber auch nicht sehr gesund...könntest du uns vielleicht kurz deine Ernährung aufzeigen?

  • AW: Meine ETS OP im August 2012 - Bericht

    von » 4 years ago


    welche Fragen wären denn das?

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