Hallo an alle HH'ler

Wer steigert sich im tiefen Unterbewusstsein noch so dermaßen ins Schwitzen hinein?

Ich beschreibe mal paar Szenarien aus meinen Leben, vielleicht treffen die ja auch auf euch zu?

• Angst vorm unfreiwilligen Händeschütteln, wenn man weiß, dass es Pflicht ist und einfach dazugehört (Geburtstage, Begrüßungen) und dieses dann in innere Unruhe/Panik ausartet -> Schwitzen an Händen, Füßen, Achseln und Po auslöst und man am liebsten aus dieser Situation flüchten möchte)

• sich damit sozial ausgrenzt, da Freunde treffen ja immer mit Begrüßungen anfangen und enden und man um keinen Preis "verletzende" Kommentare wg der Hände erhalten möchte und man jederzeit auch immer nur darauf bedacht ist, bloß niemanden zu nah kommen zu lassen, das ist eher Quälend als Spaß dabei zu Empfinden

• wer nur noch mit EC-Karte bezahlen kann, nur damit man kein Rückgeld bekommt und seine offene schwitzige Hand damit zeigen würde (die der/die Verkäufer/in vielleicht sogar ausversehen berühren könnte *Horror*) also morgens vor der Arbeit mal zum Bäcker -> Tabu, außer man zahlt passend...oder mal ein Döner für 3 Euro mit ein 5-Euro Schein bezahlen (im Sommer nicht möglich)

• an warmen Tagen die Angst besonders zum Vorschein kommt (in eisiger Kälte oder bei viel frischen Wind fühlt man sich ja durchaus sicherer)

• mit den Öffentlichen fahren (Tram Ubahn Bus), gerade wenn es voll ist und ich mich Festhalten „muss“ -> Zwang -> Stress (und der Gedanke, hoffentlich guckt mir jetzt keiner auf meine Hände oder berührt mich sogar, weil es nur einen Haltegriff gibt)

• Papier ungerne anfässt, bzw darauf schreiben „muss“ (-> ist für mich dann ein Zwang, z.B. auf Arbeit) oder sogar nur eine Unterschrift abgeben (Verträge, Postbote etc.) und im Kopf rattert es schon los, bloß jetzt nicht in dieser Situation Schwitzen, was dann passiert ist ja klar...

• jetzt in diesem Moment es mir beim Schreiben schon wieder schlecht geht, weil mich das Thema so aufwühlt und man am liebsten freiwillig gar nicht dran denken möchte, wenn man eh schon oft damit auseinandergesetzt wird, besonders schrecklich finde ich an den Händen + Füßen diesen Kaltschweiss...da sehne ich mir immer eine warme Dusche herbei die mein Leiden wegspült und ich anschließend wie neugeboren bin

• ein weiteres Problem, selbst wenn die Hände wieder trocken sein würden (die Socken sind es im Schuh nicht, so erinnern diese immer wieder an die Angst und das ganze könnte von vorne losgehen)

• ich hatte schon paar Beziehungen, allerdings nur ziemlich kurze, da ich nur auf meine ständige Angst konzentriert bin und es für die Partnerin auf Lange Sicht wohl schwierig wäre, was ich verstehen kann, aber es einem selbst natürlich immer mehr abstürzen lässt

• dadurch bin ich auch ein absoluter Einzelgänger geworden, der ich gar nicht sein will (ich habe auch schon weit in die Zukunft geschaut und sehe mich allein enden, da ich niemanden mein Elend aufzwängen mag)

• Vorstellungsgespräche (zum Glück habe ich momentan ein festen Job) waren eigentlich immer ein Horror, ich wusste schon, dass ich bei einer hohen Anzahl vieler Bewerber, keine guten Chancen haben kann und ein schlechten Eindruck hinterlassen könnte, wenn ich schon bei der Begrüßung & Verabschiedung alles mit meiner Hand vermassel...

• für Wohnungssuchende ist es auch nicht gerade von Vorteil sich gegenüber 100 anderen durchzusetzen, wenn man so "auftritt"

Es gibt unzählig viele Szenarien, die die Angst bei mir in Sekunden auslösen können, manchmal frage ich mich wenn es wieder unerwartet los geht, was denn nun schon wieder der Grund war, obwohl ich ganz allein war und weit und breit auch kein anderer Mensch oder eine andere „bedrohliche“ Situation

Ich frage mich auch ob ich den Rest meines Lebens so noch weiter machen will und kann...nach der Arbeit allein sein zermürbt ganz schön

Aber es muss vom Gehirn kommen oder, denn ich habe es ja nicht immer...aber es begleitet mich jeden Tag, soweit ich denken kann..
Im Winter ist es in manchen Situationen vor allem draußen natürlich besser...aber das sind dann nur kurze Glücksmomente (klingt eigentlich übertrieben, weil es eigentlich Standart sein müsste)

Ich habe hier im Forum von ETS-Ops gelesen, aber einige sind danach noch Unzufriedener was mir auch Angst macht... die Frage ist nur, kann es wirklich noch schlimmer werden? Ich kann natürlich nachvollziehen, wenn manche nur ihre Hände behandeln wollten und sie jetzt unter KS am ganzen Körper leiden, dass es dann noch schlimmer für Sie sein dürfte

Ich könnte wahrscheinlich ein ganzes Buch voller Leiden daraus Schreiben, aber Ihr vielleicht auch

Wer erkennt sich hier wieder und glaubt noch an das Gute im Leben? Wie meistert ihr den Alltag, wer führt unter solchen Szenarien sogar langfristig eine glückliche Beziehung? Ich bin innerlich schon zerbrochen, auch wenn man es mir nicht ansehen kann, da ich jeden Tag in eine Rolle schlüpfe und nur damit zu Kämpfen habe, damit nicht aufzufallen...


an alle Mitleidenden - Ich fühle mit Euch

SilverLinings
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  • AW: die Angst vorm Schwitzen die das Schwitzen auslöst

    von » 3 years ago


    Hi SilverLinings,

    vom Reinsteigern kann ich auch ein Lied singen!

    ich geh einfach mal auf deine Punkte einzeln ein:

    • Angst vorm unfreiwilligen Händeschütteln, wenn man weiß, dass es Pflicht ist und einfach dazugehört (Geburtstage, Begrüßungen) und dieses dann in innere Unruhe/Panik ausartet -> Schwitzen an Händen, Füßen, Achseln und Po auslöst und man am liebsten aus dieser Situation flüchten möchte)

    • sich damit sozial ausgrenzt, da Freunde treffen ja immer mit Begrüßungen anfangen und enden und man um keinen Preis "verletzende" Kommentare wg der Hände erhalten möchte und man jederzeit auch immer nur darauf bedacht ist, bloß niemanden zu nah kommen zu lassen, das ist eher Quälend als Spaß dabei zu Empfinden


    da ich zu den ganzkörpergeplagten gehöre sind bei mir die Hände und Füße nicht so extrem betroffen, sie schwitzen zwar auch mehr als bei dem Durchschnitt, aber sie tropfen nicht wie bei denen die wirklich unter exzessiven Hand/Fußschweiß leiden - dafür tropft halt bei mir alles andere ;) Trotzdem sind Begrüßungen und Verabschiedungen im Sommer ein graus und ich versuche (wenn ich überhaupt zu solchen "Anlässen" gehe) das dann idR auf einen Handschlag ohne Umarmung oder sonstigen Körperkontakt zu beschränken...kommt natürlich blöd, aber was tut man nicht alles nur dass "es" keiner merkt!

    • an warmen Tagen die Angst besonders zum Vorschein kommt (in eisiger Kälte oder bei viel frischen Wind fühlt man sich ja durchaus sicherer)

    • mit den Öffentlichen fahren (Tram Ubahn Bus), gerade wenn es voll ist und ich mich Festhalten „muss“ -> Zwang -> Stress (und der Gedanke, hoffentlich guckt mir jetzt keiner auf meine Hände oder berührt mich sogar, weil es nur einen Haltegriff gibt)

    Ja, wenn es voll ist und einem die Leute auf die Pelle rücken, bzw evtl. Körperkontakt entsteht, ist es sowieso erstmal wärmer in der Bahn/Bus, und man hat natürlich Angst dass es jemand merkt. Ich fahre auch viel lieber im leeren Bus oder in der leeren Bahn, da schwitze ich auch wesentlich weniger, weil die Angst nicht zusätlich "mittriggert".

    • Papier ungerne anfässt, bzw darauf schreiben „muss“ (-> ist für mich dann ein Zwang, z.B. auf Arbeit) oder sogar nur eine Unterschrift abgeben (Verträge, Postbote etc.) und im Kopf rattert es schon los, bloß jetzt nicht in dieser Situation Schwitzen, was dann passiert ist ja klar...

    da meine Hände wie oben geschrieben nicht mein Hauptproblem sind, kenne ich diese Situationen (zum Glück) nicht, kann mir aber vorstellen dass das einem sehr peinlich ist! Mein größtes Problem ist, wenn ich im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehe, egal ob von einer Gruppe oder einer (neuen/unbekannten) Person - dann brechen alle Dämme und es tropft mir vom Kopf, Rücken, Bauch, Brust, Po, einfach überall. kannst dir vorstellen wie bescheuert man sich vorkommt, wenn man während einem Gespräch sich selbst auf die Hose tropft oder nur damit beschäftigt ist, sich den Sch(w)eiß irgendwo abzuwischen und damit eigentlich total den Fokus verliert. Mal davon abgesehen dass es mir ultra unangenehm ist, dass ich dann aussehe wie frisch geduscht (oder eben frisch durchgeschwitzt) ist es auch nicht sehr angenehm, mit einer nassen Hose und einem nassen Shirt irgendwo zu sitzen.


    • ich hatte schon paar Beziehungen, allerdings nur ziemlich kurze, da ich nur auf meine ständige Angst konzentriert bin und es für die Partnerin auf Lange Sicht wohl schwierig wäre, was ich verstehen kann, aber es einem selbst natürlich immer mehr abstürzen lässt

    • dadurch bin ich auch ein absoluter Einzelgänger geworden, der ich gar nicht sein will (ich habe auch schon weit in die Zukunft geschaut und sehe mich allein enden, da ich niemanden mein Elend aufzwängen mag)

    ich hatte auch schon 1 längere Beziehung, aber das war noch zu einer Zeit in der das Ganze noch nicht so schlimm war. Seitdem schotte ich mich auch total ab, wenn ich Frauen kennenlerne wirke ich halt einfach super unsicher, und das kommt halt nunmal gar nicht gut an... :dry:

    • Vorstellungsgespräche (zum Glück habe ich momentan ein festen Job) waren eigentlich immer ein Horror, ich wusste schon, dass ich bei einer hohen Anzahl vieler Bewerber, keine guten Chancen haben kann und ein schlechten Eindruck hinterlassen könnte, wenn ich schon bei der Begrüßung & Verabschiedung alles mit meiner Hand vermassel...


    Ich bin momentan noch Student, das aber nicht mehr lange, und weiß ehrlich nicht, was ich dann machen soll. Durch die Uni kann ich mich irgendwie mogeln, im Sommer einfach nicht hingehen z.B. und viel von daheim tun. Das kann man im Beruf nicht machen + man muss selbst im Sommer förmlich gekleidet sein, und das, obwohl mir in normalen kurzen Hosen bei 25 Grad schon der Schweiß läuft als gäbs keinen morgen mehr, also alles nass wird.

    Die Situationen, in denen ich Medikamente nehme, und sie so wirken, wie ich mir das erhoffe (dass ich nämlich soviel schwitze wie ein normaler Mensch, nämlich so, dass es keiner sieht) fühl ich mich wie neu geboren - ich bin dann wirklich viel selbstbewusster und offener. Leider wirken die Medikamente die dafür heute zur Verfügung stehen, zumindest bei mir, nicht so zuverlässig, weshalb die Momente rar gesäht sind. Aber wenn ich so einen erlebe, weiß ich, wie süchtig das Leben eigentlich machen kann... was einen einerseits traurig stimmt, weil, wie du schon so schön sagst: so sollte es doch eigentlich immer sein! normal! :unsure:

    Um mir irgendwie ein bisschen Lebensfreude zu behalten, treibe ich viel Sport. Da kann ich abschalten (eigentlich unlogisch, weil ich da unendlich! viel schwitze) von dem Thema, weil ich da so fokussiert bin und Spaß an der Sache habe. Und vermutlich auch, weil da das schwitzen an sich normal ist. (wenn auch nicht in den Unmengen, aber es ist an sich normal, wenn man in einem Raum sitzt und nichts tut, dann ist es nicht normal dass man schweißgebadet ist) :blush:

    Außerdem treffe ich mich mit guten Kumpels, bei denen es mir nicht so viel ausmacht. Aber neue Leute kennen lernen tut man so nicht...
    Da jetzt wieder der Sommer kommt, werde ich oft gefragt ob ich nicht hierhin oder dorthin will, wo ich aber weiß, dass ich zerlaufen würde, wenn ich denn mitgehen würde, drum denk ich mir immer irgendwelche Geschichten aus, dass ich leider nicht kann...eigentlich sehr traurig, wenn man sich das ganze mal vor Augen führt - aber was will man machen ;)

    Der einzige Trost ist, dass das Ganze nicht tödlich ist, aber andererseits: so ein eingeschränktes Leben ist auch nicht unbedingt das was man sich immer gewünscht hat!

    Naja, trotz allem gibt es Momente, die mich am Leben halten, und für die lohnt es sich weiterhin zu kämpfen! Tut auf jeden Fall auch mal gut, bisschen Luft abzulassen - was ich hiermit getan habe :laugh:

    Und wer weiß, vielleicht kommt eines Tages die Medizin um die Ecke und sagt uns, wie wir den Mist endlich loswerden können ;)

    Aber jetzt mal zu deinem konkreten Problem: hast du es denn schonmal mit so nem Iontophorese-Gerät probiert? was ich so gelesen hab, soll das ja bei manchen Leuten auch schon helfen - falls du das noch nicht probiert hast, vielleicht wär das für den Anfang ja mal nen Versuch wert?

    Grüße

    Fluid

  • AW: die Angst vorm Schwitzen die das Schwitzen auslöst

    von » 2 years ago


    Hallo zusammen!

    Ich bin hier der "Neue" und bin durchaus kein Neuling, was die schöne Schwitzerei angeht...

    Die beschriebenen Ängste und die Situationen kenne ich nur zu gut.

    Meine Hände und Füsse sind ebenfalls triefnass, auch im Beinhahe-Dauerzustand.
    Ich nehem Null Medikamente mehr, und auch nix anderes.

    Mit meinen fast 38 Jahren blicke ich auf etwa 38 Jahre Schwitzen zurück, zumindest kenne ich das Leben nicht anders. Ich habe etliche Medi's, Strom und auch Botox hinter mir, der Erfolg ist null gewesen (Botox in Elefantendosis habe ich kurzerhand ausgeschwitzt, das Gesicht des Dermatologen: Unbezahlbar!).
    Dennoch bin ich voll berufstätig, habe mich mittlerweile in die Führungsebene hochgearbeitet, und ja, ich ertrage es, täglich im Anzug im Büro zu sitzen.
    Ich führe unendlich viele Bewerbungsgespräche, und schreibe Berichte am PC.
    Meine Füße stecken in Schuhmodellen a la Geox, trotzdem sind nach ein paar Stunden die Socken auswringbar. Neben meiner Tastatur liegt ein Trockentuch (Baumwolle, nix synthetisches!) und wer meine Hände schüttelt, und nen doofen Blick riskiert, wird gleich abserviert.

    Im Privatleben gehe ich zum Yoga, wenn es gar nicht geht, weil ich über die Matte flutsche, setze ich einfach aus. Ansonsten gehe ich viel spazieren, am liebsten barfuss, weil der Rasen nicht motzt.
    Ich versuche immer wieder zu joggen, gute Sportschuhe sind ja waschbar ;)
    Wenn ich Schuhe kaufe, nerve ich die Verkäufer zum Erbarmen, weil ich nunmal keine Hornhaut habe, und daher jeden Verarbeitungsfehler sofort spüre. (Ich hab die Fehler nicht gemacht!)
    Wenn Stoffe als "reine Baumwolle" deklariert werden, fragen Freunde mich, ob ich das kurz checken kann, denn meine Hände beginnen bei Synthetik zu laufen wie Wasserfälle! (wer braucht Stif Wartest, wenn er mich hat?), das Gleiche bei Leder etc.
    In der Sauna, wo es null auffallen würde, bin ich der einzig Trockene, zumindest beim ersten Gang. Danach wird es was...
    Meine Füße sind wie tot, wenn sie schleimignass sind, mit den Händen kann ich die Eier aus dem kochenden Wasser holen.
    Ich liebe das Fell meines Hundes, wenn er es nicht mehr mag, geht er für eine Weile, kommt aber immer zurück.

    Was soll diese Aufzählung?
    Ich habe gelernt, mich damit zu identifizieren, das positive zu suchen und es zu finden, und mir damit viel psychischen Druck genommen. Ich versuche es einfach zu integrieren und zu akzeptieren, denn ist da und geht nicht weg.
    Es ist beeinflußbar!
    Viel macht die Psyche. Aber ich kann nichts dafür - wenn andere ein Problem haben, haben die das und nicht ich. Ich zwinge meine Freunde nicht, mir die Hand zu geben. Bei Fremden ist es mir egal, die können sich später die Finger einfach abputzen und haben fertig.
    Wenn in der Bahn jemand es sieht, ist es mir auch egal. Andere furzen und rülpsen, oder schlimmeres. Abgesehen davon, der grööste Teil der Umwelt merkt's gar nicht! Die glotzen sowieso immer alles an.
    Klar, auch ich bin nicht immer so stabil, aber wenn ich merke, das klappt mal gerade alles gar nicht, beginne ich zu analysieren, woran es liegt. Meist steckt noch was anderes dahinter...
    Wenn es überhand nimmt, werde ich auch irre....

    Viel macht auch das "Drumherum" aus: was für Klamotten? Alles synthetische ist für mich "tödlich", ausser beim Laufen.
    Ich versuche, immer Luftzug zu kriegen, das hilft auch enorm.

    Wenn es doch überhand nimmt, und es nicht aufhört zu laufen, dann steck ich gern meine Füße in eiskaltes oder brüllend heißes Wasser, bis es weh tut. Danach ordentlich abtrocknen und das Kribbeln genießen, denn ab da wird es zumindest zeitweilig besser.

    Lasst euch nicht von der HH beherrschen, sonder beherrscht sie. Es ist schwer, aber möglich

    Bedankt von: Adelina

  • AW: die Angst vorm Schwitzen die das Schwitzen auslöst

    von » 2 years ago


    Hey Leute,

    Ich machs kurz, weil es ja eh schon so viele unzählige Threads dazu gibt.

    Gehöre selbst zu den Ganzkörpergeplagten und finde mich auch 1 zu 1 in den beschriebenen Situationen wieder. Meine derzeitigen "Maßnahmen" sind einfach ungewohnte Situationen so gut wie möglich zu vermeiden und Kühlsalben, die eigentlich Sportler zur Regeneration der Muskeln verwenden. Sowas wirkt zwar leider nur ca. 45 Minuten, aber in Extremsituationen, die man vorhersehen kann, wie zB. Meetings in der Firma, hilft es mir ganz gut.

    Ansonsten: hab auch keine Beziehung weil ich das keiner antun will und treffe nur meine altbekannten Freunde in gewohnter Umgebung. Ansonsten auch ziemlich abgeschottet. :(

  • AW: die Angst vorm Schwitzen die das Schwitzen auslöst

    von » 2 years ago


    was heißt hier "will keiner das antun"...Glaubst du etwa, dass Leute, die mehr schwitzen kein Recht auf Beziehungen haben? Da kenn ich aber deutlich krassere Krankheiten. Dass wir mit unserem Problem es trotzdem schaffen, den Alltag zu meistern zeigt doch, wie willensstark wir sind. Außerdem bin ich der Meinung, dass wir Schwitzer viel emotionsbewusster sind als andere, wir reagieren viel stärker auf Reize und sind mitfühlender.
    Meine Beziehungen waren und sind alle schön, das Schwitzen hat überhaupt keine Rolle gespielt. Wenn dich jemand verlässt, nur weil du mehr schwitzt, dann war sie es eh nicht wert. (oder er)

  • AW: die Angst vorm Schwitzen die das Schwitzen auslöst

    von » 2 years ago


    Hallo an alle!

    Habe mich gestern hier angemeldet und finde mich aktuell mal wieder, nach wirklich langer Zeit, erneut in all den genannten Situationen oben wieder. Ich habe die Probleme auch schon so lange ich denken kann. Älteste Erfahrung: Klavierunterricht. Tasten werden permanent nass. Klavierlehrerin ist genervt, erzählt mir was von Entfernung der Schweißdrüsen. Nett. Da war ich ungefähr 10.

    Die komplette Schulzeit das Händeschütteln gemieden. Nicht bei den coolen Jungs. Naja, kann man akzeptieren. Steht man drüber.

    Beginn des Studiums, viel mit Papier und Pappe. Verträgt sich auch eher nicht gut mit Wasser. Aber wenig wirklich schlimme Situationen. Dann: Lösung in Sicht:

    Kaufte mir irgendwann so 2007/2008 ein Iontophorese-Gerät bei ebay. Und ha: Hat funktioniert. Sogar extrem bis zu gut (Hände staubtrocken bis rissig!!!). Aber nervt auch, Prozedur alle 2-3 Tage, wenn nicht häufiger, 45 Minuten am Tag gehen für Hände und Füße plus Vor- und Nachbereitung drauf. Gelöst mit: Dabei eine Serie oder Film schauen. Schmerz bei kleinsten Verletzungen der Haut, Vaseline vor der Therapie aufgetrage hat geholfen. Alles lief also nach Werbung.

    Erasmus in Schweden. Denke mir (Eltern haben immer gesagt, sie hätten früher auch mehr geschwitzt, das geht irgendwann weg): Kühleres Klima, ich lass es drauf ankommen. Vielleicht bewirkt Umstellung ja was. Lasse Iontophorese-Gerät in Deutschland. Erweist sich als Fehler. Meine Lieblingsschuhe konnte ich dann bald verschwitzt, verhärtet und versalzen in die Tonne kloppen.
    Gerät wieder geholt. Dann umgezogen nach England. Echt keine Lust mehr auf die ewig lange Therapie. Suche und finde Alternative.

    DRICLOR! Antitranspirant, Aluminiumchlorid.

    Absolut super empfehlenswert, hat mich jetzt 4 Jahre gerettet. Keine 45 Minuten-Therapie mehr. Einfach abends auftragen, morgens abwaschen, wie in der Werbung. Und jetzt?

    Ganz aktuell: Bürojob... Computer. Die Maus ist nass. Bedenken, dass sie kaputt geht, wenn der Schweiß durch das Mausrad geschleudert wird.
    Mache mir Notizen, Papier rollt sich ein.

    Ich nehme eigenartige Haltungen ein, halte mich mit einer Hand am Pulli/T-Shirt fest, abtrocknen.

    Hände schütteln: Alptraum.

    Beziehung: Habe ich, Problem ist auch erst wirklich akut seit vielleicht einer Woche. Da wirkt das nämlich nicht mehr. Aber ich denke mal nicht, dass daran eine ansonsten stabile Beziehung scheitert :D Sonst: Nicht wert...

    Bei mir betrifft es nur Hände und Füße und durch die Angst schätze ich dann auch den Achsel-Angstschweiß, der ja durchaus nicht geruchslos daherkommt.

    @ Steko: Super Einstellung. Toller Bericht. Durchaus vorbildlich. Hat mich aufgeheitert! :)

    Gerade das Internet nach Dermatologen abgegrast (Raum Frankfurt), viel operativ oder Botox. Ist mir eigentlich n Schritt zu hefitg (und auch zu teuer). Und Dermatologen, die das anbieten, wollen das vielleicht auch gerne verkaufen, so der Gedanke...

    Also für diejenigen, die weder Iontophorese noch Driclor ausprobiert haben, kann ich das nur empfehlen. Der Austausch ist sicher wichtig, hilft aber natürlich nicht im Alltag, wo man dann doch der einzige ist. Außer man schafft es, einen guten Umgang mit dem Thema zu erzielen.

    Und jetzt wird es auch noch so schön sommerlich. Ich will die Wirkung zurück!!!

    Gruß, mch

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