Hallo in die Runde,

wie viele Andere, leide ich unter Hyperhidrose. In meinem Fall sind "nur" die Hände betroffen. Ansonsten schwitze ich an anderen Stellen verschwindend wenig bis gar nicht. Dahingehend bin ich sehr zufrieden

Zurück zu den Händen: Hatte schon einige Therapieversuche gestartet, angefangen bei irgendwelchen Cremes (Odaban, Antihydral, AHC 30 Forte) über Tabletten (Vagantin) und letztendlich irgenwann bei der Iontophorese-Therapie gelandet. Leider hat alles nicht geholfen. Die Iontophorese noch am ehesten, aber nur bei sehr starker Stromstärke (30 Minuten; jeden Tag). Das Schwitzen ging aber nur um ca 20% zurück. Der Aufwand stand aber in keinem Verhältnis zum Ergebnis. Auch wenn diese Art der Therapie zeitaufwendig ist und teilweise schmerzhaft, wäre ich bereit gewesen jenes durchzuziehen, aber der angesprochene Rückgang war nicht zufriedenstellend. So entschloss ich mich vor ca. einem Jahr für die ETS-OP. Nach zwei Terminen im KK (Thorax-Chirgie), hatte ich schon meinen OP-Termin. Geplant waren beide Hände, aber separat voneinander, worüber ich damals nicht ganz so glücklich war. Einen Tag vor der OP, habe ich jedoch auf Wunsch meiner Mutter, abgesagt. Jenes bereue ich heute noch, denn ein Jahr später, vor allem jetzt im Sommer, gibt es wieder kein Entkommen und jedem fällt mein "Problem" auf. In den Winter-, Frühling & Herbst -Monaten ist es kein Problem. In warmen Räumen zwar immer noch vorhanden, aber der provisorische Händedrücker findet ja normalerweise vorher statt. So ab ca. 19/20 Grad entsteht leicht bemerkbare (bei Kontakt) Feuchte. Jedoch so wenig, dass es viele nicht merken. Falls schon, kann ich bei der angesprochener Wetterlage gut kaschieren (z.B. Jackenärmel, der etwas die Handfläche verdeckt, kaltes Getränk in der Hand etc.). Der Sommer ist aber wie gesagt brutal. Du hast Glück am Körper kaum zu schwitzen, keine Schweißflecken an den Achseln zu haben, extrem minimalen Fußschweiß zu produzieren, aber die Hände sind beinahe nass. Extrem deprimierend. :unsure:

Nach der letztjährigen abgesagten OP, habe ich es mit Botox probiert. Habe nur eine Hand injizieren lassen, da mir das zu teuer war (490€, keine KK-Übernahme). Es ist verdammt schmerzhaft, aber wirkt tatsächlich, zumindest in den Regionen, wo eingespritzt wurde. Die Fingerkupeln waren demnach feucht, so wie der Übergang zum Handrücken, wo ebenfalls nicht injiziert wurde. Ansonsten top Ergebnis. Leider machte sich bei sehr heißem Wetter KS an der Obeseite der Finger bemerkbar. Die Wirkung hielt ca 5 Monate. Hatte aber nach ca. einer Woche monatelang einen ziehenden Schmerz im Daumen, der echt brutal war. Auch auch diesem Grund würde ich Zukunft auf eine weitere Botox-Behandlung verzichten.

Jetzt zurück zur Gegenwart: Bin am verzweifeln und überlege wieder die Idee der OP zu "rehabilitieren". Dieses mal aber im Hyperhidrose-Zentrum in Frankfürt-Höchst, da diese darauf spezalisiert sind und Prof. Dr. Wolf-Joachim Stelter wohl zu den renommiertesten Operateuren gehört. Darüber hinaus bin ich am überlegen nur eine Seite (rechte) zu operieren. Denn diese brauche ich im Alltag, wenn ich Menschen begrüße und ihnen die Hand drücke. Zu Hause schwitze ich in 90% aller Fälle gar nicht, selbst wenn, dann nur minimal. Stören tut es nicht. Daraus schließe ich auch, dass es bei mir psychologischer Natur ist, da ich dann vor allem schwitze, wenn ich draußen bin und weiß, dass ich gleich jemanden die Hand drücken muss. Daher wirkt die Iontophorese-Threapie auch fast gar nicht bei mir, denn ich habe gelesen, dass es zwei Arten von Schweißdrüsen (Ekkrine & Apokrine Schweißdrüsen) gibt. Beide Arten treten beim Menschen gemischt auf, d.h. die einen reagieren auf Stress (Psyche), während die anderen aus mir unbekannten Gründen ausgelöst werden. Zweiteres ist durch Iontophorese im Griff zu bekommen, falls die andere Art nicht zu zahlreich vertreten ist. So ähnlich war das. Ein weiteren Vorteil in einer Seite sehe ich darin, dass auch die möglichen Folgen des KS geringer wären, oder? KS und das Horner-Syndrom machen mir vor allem Sorgen. Der Grad der KS-schwere ist zwar nicht vorherzusagen, aber gibt es negative Folgen (Erfahrungen) bei Menschen, die außer an den Händen, sehr wenig geschwitzt haben?


Ist lang geworden. Wie seht ihr mein Problem?.

Gruß
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  • AW: ETS? Nur eine Seite behandeln bzw. operieren?

    von » 2 years ago


    Hallo amko1,

    auch ich habe hauptsächlich an den Händen und Füßen geschwitzt und mich dann zu einer OP entschieden.

    Der Arzt empfahl mir die "Klammermethode". Leider habe ich hinterher am ganzen Körper geschwitzt und diese OP schwer bereut!!! Nach ca. 4 Monaten ließ ich die Klammern wieder entfernen. Eine Besserung soll erst wieder nach ca. 6 Monaten eintreten. Nun hoffe ich darauf!

    Ich kann Dir aber nicht zu- oder abraten, dass musst Du selber entscheiden. Es soll ja auch "Glückspilze" geben.

    Viel Glück!

    Gruß
    Sternle1309

  • AW: ETS? Nur eine Seite behandeln bzw. operieren?

    von » 2 years ago


    Hallo Sternle1309,

    dass sind die typischen Berichte über KS, die mir große Sorgen machen. Dennoch vielen Dank, da mir das in der Entscheidungsfindung sehr hilft. Es wäre ein großer Schock für mich, wenn ich plötzlich am Rücken oder Bauch schwitzen würde, da ich dort noch nie geschwitzt habe.

    Kannst du mir sagen, ob deine OP nur für die Hände bestimmt war auch für die Füße? Falls ja, müssten bei dir ja zwei Nervenknoten (Ganglien) pro Seite geclipt worden sein?!

    Interessieren würde mich auch, ob sich dein KS Wochen/Monate später bemerkbar gemacht oder ziemlich schnell?

  • AW: ETS? Nur eine Seite behandeln bzw. operieren?

    von » 2 years ago


    Hallo amko1,

    bitte entschuldige dass ich mich erst jetzt melde, aber ich war ein paar Tage nicht da.

    Mir wurde pro Seite eine Klammer gesetzt. Auf jeden Fall hab ich gesagt, dass ich nicht mehr an Händen und Füßen schwitzen will.

    Die KS trat nach ca. 1 Woche ein.

    Ich hoffe ich habe Dir irgendwie helfen können.

    Gruß
    Sternle 1309

  • AW: ETS? Nur eine Seite behandeln bzw. operieren?

    von » 2 years ago


    Ich wollte mich auch noch einmal melden:

    Auch wenn der Sommer fast vorüber ist, habe ich mich endgültig für eine OP entschieden. Dieser Sommer hat mir noch einmal vor Augen geführt, wie schlimm nasse Hände doch sein können. Trotz der Temperaturen, ist es bei mir die psychologische Komponente (Kopfsache). Mindestens 80% an Intensität würde ich behaupten. Die einzige Frage, die ich nach wie vor für mich beantworten muss, ist, ob ich direkt beide Seiten operieren lasse oder bei einer Hand bleibe, um mögliche KS-Folgen geringer zu halten? Andererseits müsste ich mich dann einer weiteres OP unterziehen, falls ich zufrieden sein sollte. Schwierig das Ganze.

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