Ich hab vor paar Jahren eine ETS (Clipping) an den Händen machen lassen. Seitdem sind meine Hände trocken, wobei sie in den vergangenen Monaten etwas feuchter geworden sind (wrm auch immer). Da mich das Schwitzen an den Füßen immer noch stört, überleg ich mir, auch eine ETS an den Füßen machen zu lassen, weiß aber nicht, wie das Ergebnis dann später ist. Daher meine Frage an euch: Hatte jmd auch eine ETS an den Füßen?? Wenn ja, bitte schreibt zurück, wie das Ergebnis jtzt ist und ob das kompensatorische Schwitzen schlimmer geworden ist, bzw. Ob es sonst wo (außer Po, Oberschenkel, Rücken, Bauch) auftritt.
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Hallo, ich habe bisher auch "nur" ETS machen lassen, mich aber zur ELS (OP gegen Schweissfüsse) eingelesen. Habe nur wenige Berichte gefunden, aber hier einige Links dazu:
- Ein Erfahrungsbericht: https://www.no-ets.com/forums/viewtopic.php?t=1259
- Studien: https://www.no-ets.com/forums/viewtopic.php?t=1259
- Knackpunkte (von einem praktizierenden Chirurgen verfasst): http://www.chirit.com/de/els--lumbale-sympathektomie--definitive-behandlung-fur-schweissfuesse
Meine Nachbarin hat mir letztens erzählt, eine Freundin von ihr habe beides machen lassen. Ich werde da auch noch nachfragen. War übrigens ein schönes Erlebnis. Habe zwei Nachbarinnen von meiner Hyperhidrose und der ETS erzählt, und anstatt lange erklären zu müssen, warum Handschweiss schlimm ist, hiess es sofort, HH sei bekannt und auch das Verständnis für den enormen Leidensdruck war gleich da.
Vielen Dank! Hoffentlich werden meine Hände demnächst wieder trockener, da's mich jtzt sehr stört, dass sie feucht geworden sind. Wenn's schlimmer werden sollte, lass ich mir die ETS wieder machen lassen (weiß aber diesmal nicht, ob Clipping oder Cutting). Ich würd so gerne die Füße auch schweißfrei haben wollen und wenn schon jmd davon berichtet, dass das KS nach der ETS UND der ELS gleich geblieben ist, dann lohnt sich doch der 2. Eingriff. Würde gern mehr dazu hören, der Freundin, die sich beides machen lassen hat und ihre Erfahrungen nach den beiden OP's.
Zu den wieder etwas feuchten Händen: Dr. Tarfusser, bei dem ich mich habe operieren lassen, hat mir seine Erfahrung geschildert. Rückfälle nach einer gut durchgeführten und präzisen OP seien möglich, aber nicht wahrscheinlich. Insbesondere nicht bis zum Schweissniveau von vor der OP.
Ich habe auch Clips drin ("Singelklammern"), also eine Art ETS light und daher bei heissen Temperaturen einen Restschweiss an den Händen. Damit die OP (zwei-drei Monate) reversibel war, liess er beim Clip eine Nervenbahn unberührt (So habe ich es zumindest verstanden. Er sagte, das sei nötig. Sonst bringe der Clip nichts bzw. sei die OP ähnlich irreversibel wie bei einem Cutting).
Falls ich einen Rückfall hätte, könnte ich die Nervenbahnen noch ganz durchschneiden lassen. Natürlich auch am TH3 und nicht weiter oben, denn sonst steigt das Risiko von KS extrem. Vor einem nächsten Schritt würde ich das unbedingt abklären mit deinem Chirurgen (Oder falls du eine Zweitmeinung möchtest, könntest du bei Dr. Tarfusser auch einfach mal anrufen - er nimmt sich unverbindlich Zeit. Hat mir die Telefonberatung auch nie in Rechnung gestellt und ich hätte mich jederzeit auch anderswo oder gar nicht operieren lassen können.
Eigentlich möchte ich hier nicht zu viel Werbung machen für einen Chirurgen, aber mir hat seine nüchterne und bescheiden Art sehr geholfen.
War zuvor bei unterschiedlichen Ärzten, die mich in meiner Entscheidung nicht weitergebracht hatten.
Alles Gute!
Was ich noch vergessen hab, zu sagen.. Meine Hände sind jetzt dauernd feucht nachdem ich zum ersten Mal nach der ETS angefangen hab, Sport zu machen (hatte davor schon Angst, dass sich die Clips dadurch lockern oder verschieben könnten).
Kann man denn nach ner ETS Sport machen ohne, dass man Angst haben muss, dass da was mit den Clips passiert?
Ich wart jtzt erstmal ab.. erst wenn die Hände sich verschlimmern sollten, kommt ne ETS für mich wieder in Frage.
Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Clips durch Bewegung verrutschen könnten. Habe einen teilweise physischen Beruf, da könnte einiges passieren. Aber Dr. Tarfusser meinte damals nur, ich solle mich nach der OP ausruhen, dass vegetative Nervensystem nicht sogleich mit zu viel Sonne reizen, aber sonst gäbe es überhaupt keine Einschränkungen.
Aber ich bin nicht Arzt und natürlich kenne ich solche Ängste auch. Eine Nachfrage bei einem erfahrenen Chirurgen, einer erfahrenen Chirurgin kann da viel helfen. Und zur allgemeinen Entspannung, das nebenbei, kann ich die Wim-Hof-Methode sehr empfehlen.
P.s. bin noch etwas neugierig: Wo hast du die ETS machen lassen? Und weisst du, an welcher Stelle die Clips eingesetzt wurden - TH2/3/4? Eine Klammer pro Seite oder mehr?
Hier noch was von http://www.chirit.com/de/ets-thorakale-sympathektomie :
"Bei Unterbrechung des nervösen Signalflusses an der richtigen Stelle ist die Wirkung bereits unmittelbar beim Erwachen aus der Narkose erkennbar, mit gewissen Messinstrumenten sogar noch während der Operation. Man kann bei Hand- und Gesichtsschweiß damit mit fast 100%igem Sofortergebnis rechnen, bei klassischem sympathikogenen Erröten liegt die unmittelbare Erfolgsquote nur geringfügig darunter (>95%).
Nach Ablauf von Monaten kann sich bei manchen Patienten allmählich wieder ein gewisser Grad von Feuchtigkeit an den Händen bzw. im Gesicht bemerkbar machen, erreicht aber kaum jemals ein störendes Ausmaß (weniger als 2% der Fälle von Handschweiß-Operatierten) oder gar die Intensität der ursprünglichen Hyperhidrose. Man geht davon aus, dass dies in der Regel auf eine Umleitung der nervösen Impulse über parallele Nervenbahnen zurückzuführen (Umgehung der Blockade) ist, sehr selten auf eine Regeneration/Wiederauswachsen des Nerven an der Unterbrechungsstelle.
Beim Erröten sind Rückfälle häufiger (>10%), wobei es sich auch hierbei meist um eine Umleitung (Kurzschließung) der Signale über das Ganglion stellatum (Th1) handelt."
Ich hab die ETS in Berlin-Buch bei Dr. Klaus Schaarschmidt machen lassen. An welcher Stelle die Clips eingesetzt wurden, weiß ich leider nicht mehr. Ich hab zur ELS übrigens ein Video von Dr. Schick auf Youtube gefunden: https://youtu.be/5lVC51Nwqq4 Sie hat sich sowohl Hände als auch Füße machen lassen.
Hallo Andreas, hallo mbabe,
ich bin überrascht, wie Euer Austausch über ETS und ELS stattfindet. Es berührt mich, weil ich sehe wie schnell ihr doch bereit seid, sofort einen derartigen Eingriff vornehmen zu lassen, nur um das furchtbare Schwitzen wegzubekommen. Ich weiß wovon ich spreche: ich wurde mir primärer Hyperhidrose, Schweregrad 3, geboren und habe mich vor bald mal 30 Jahren einer ETS unterzogen; bin weiblich. Natürlich weiß ich, dass heute viel intensiver darüber aufgeklärt wird, aber nichts desto trotz: es handelt sich um einen drastischen Eingriff ins zentrale Nervensystem!!
Dieses System regelt auch ganz viele Feinfunktionen unseres Körpers! Die Natur hat unseren Körper schon sehr austariert und bei Hyperhidrose gibt eine Stelle im Gehirn (Hypothalamus) ein zu starkes Signal an die Nervenbahnen. Ich beschäftige mich erst seit 3 Jahren - seit ich erkannt habe, wie spät noch Folgen der OP auftreten - damit und habe nun ziemlich viel verstanden. Ich kann Sascha Ballweg nur zustimmen!
Auch der beste Chirurg, der sein Handwerk versteht, muss DANACH nicht damit leben!
TH2/TH3 oder TH4.....ja, das Wissen darüber hat sich verbessert! Dr. Tarfusser ist überhaupt der einzige Chirurg, der sich so sehr mit der Korrektheit des Eingriffs auseinandersetzt und ich denke, sogar er wird vielleicht da oder dort eine anatomische Abweichung vorfinden, weil sich unsere Körper AUSSEN und INNEN nie ganz gleichen!! ELS ist noch viel heikler als ETS! Mir hat der Arzt damals gesagt, dass er diesen Eingriff niemals machen würde und er hat ergänzt: "Schauen Sie, dass Sie damit zurecht kommen und das wird gehen, denn sie geben ja niemandem ihre Füße!" Ja, ich hätte gerne auch einmal schöne, offene Schuhe getragen wie normale Frauen das können!" Jeden Sommer bin ich traurig, aber ist das wirklich so wichtig? Da draußen gibt es Menschen, die müssen noch mit ganz anderen Einschränkungen leben! Vielleicht bin ich auch nur eine zu sensible Frau....? LG Marvie
Noch etwas: warum ignoriert Ihr die Berichte von jenen, denen es nach den Eingriffen gar nicht gut geht?
Viele haben im Forum darüber berichtet! Darunter waren auch viele Verzweifelte!
Ich schätze Dr. Schick dafür, dass er so viel über Hyperhidrose informiert !! Dadurch, dass er als "Experte" (Mediziner) informiert, gibt er der Hyperhidrose nämlich jenen Stellenwert, den sie auch haben sollte: nämlich den Status einer Erkrankung, einer angeborenen Fehlfunktion des Körpers und nimmt damit ein wenig die Stigmatisierung weg.
Viele leiden ja nicht nur darunter, dass hier "zu viel Wasser aus dem Körper rinnt", sondern viel mehr darunter, wie man dann von anderen wahrgenommen wird!
Ich konnte das nicht steuern, ich fühlte mich meinem Körper ausgeliefert. Das ist das eigentliche Drama an der Hyperhidrose.
LG Marvie
Hallo Andreas, hallo mbabe,
ich bin überrascht, wie Euer Austausch über ETS und ELS stattfindet. Es berührt mich, weil ich sehe wie schnell ihr doch bereit seid, sofort einen derartigen Eingriff vornehmen zu lassen, nur um das furchtbare Schwitzen wegzubekommen. Ich weiß wovon ich spreche: ich wurde mir primärer Hyperhidrose, Schweregrad 3, geboren und habe mich vor bald mal 30 Jahren einer ETS unterzogen; bin weiblich. Natürlich weiß ich, dass heute viel intensiver darüber aufgeklärt wird, aber nichts desto trotz: es handelt sich um einen drastischen Eingriff ins zentrale Nervensystem!!
Dieses System regelt auch ganz viele Feinfunktionen unseres Körpers! Die Natur hat unseren Körper schon sehr austariert und bei Hyperhidrose gibt eine Stelle im Gehirn (Hypothalamus) ein zu starkes Signal an die Nervenbahnen. Ich beschäftige mich erst seit 3 Jahren - seit ich erkannt habe, wie spät noch Folgen der OP auftreten - damit und habe nun ziemlich viel verstanden. Ich kann Sascha Ballweg nur zustimmen!
Auch der beste Chirurg, der sein Handwerk versteht, muss DANACH nicht damit leben!
TH2/TH3 oder TH4.....ja, das Wissen darüber hat sich verbessert! Dr. Tarfusser ist überhaupt der einzige Chirurg, der sich so sehr mit der Korrektheit des Eingriffs auseinandersetzt und ich denke, sogar er wird vielleicht da oder dort eine anatomische Abweichung vorfinden, weil sich unsere Körper AUSSEN und INNEN nie ganz gleichen!! ELS ist noch viel heikler als ETS! Mir hat der Arzt damals gesagt, dass er diesen Eingriff niemals machen würde und er hat ergänzt: "Schauen Sie, dass Sie damit zurecht kommen und das wird gehen, denn sie geben ja niemandem ihre Füße!" Ja, ich hätte gerne auch einmal schöne, offene Schuhe getragen wie normale Frauen das können!" Jeden Sommer bin ich traurig, aber ist das wirklich so wichtig? Da draußen gibt es Menschen, die müssen noch mit ganz anderen Einschränkungen leben! Vielleicht bin ich auch nur eine zu sensible Frau....? LG Marvie
Hmm, ich denke nicht, dass unser Austausch leichtfertig ist. Und schnell zur ETS bereit war ich bestimmt nicht - hatte mich mit 18 zum ersten Mal im Internet informiert, später bei mehreren Ärzten und habe mich erst mit 34 operieren lassen, nachdem ich alle möglichen Studien und Erfahrungsberichte gelesen hatte. V.a. aber, du erwähnst ihn, Dr. Tarfussers Ausführungen zum Thema.
Bin übrigens auch einer der (Hoch-)Sensiblen, aber seit der ETS geht's mir viel besser (anderswo im Forum beschrieben). Langzeitfolgen sind natürlich nicht ganz auszuschliessen. Aber da vertraue ich auf die über 30-jährige Erfahrung des Chirurgen.
Habe abgesehen von akzeptablem KS keine Nebenwirkungen und möchte zu bedenken geben, dass auch eine unbehandelte HH extreme Nebenwirkungen haben kann.
Natürlich sollte eine solche OP die letzte Möglichkeit sein und erst in Betracht gezogen werden, wenn die anderen Therapien ausgeschöpft sind und der Leidensdruck hoch ist. Und da kann ich nur alle ermutigen, sich zu informieren. Eine ETS ist eine heikle OP, die Nerven seien 'neurochirurgisch' zu behandeln, heisst es. Ich bereue schlussendlich keine der vielen Stunden obsessiver, verzweifelter, hoffnungsvoller Recherche.
Und zu deinem vorherigen Post, den ich erst jetzt sehe. Ich bin anderer Meinung bzw. habe ich das anders erfahren. Die Tragödie der Hyperhidrose geht für mich über die Fremdsicht und das Anderssein hinaus. Natürlich ist die ganze soziale Seite der HH sehr problematisch. Aber es kommen auch psychische und v.a. physische Schwierigkeiten dazu. Die Hände sind die Verbindung zur Welt, man ertastet sie, begreift sie, aber mit HH ist die Verbindung gestört. HH ist auch ein sensomotorisches Problem.
Und zu den vielen Unglücksgeschichten nach der ETS: die ignoriere ich nicht, habe viele davon gelesen und deswegen lange gezögert mit der OP. Jeder einzelne Fall ist tragisch. Aber auch eine unbehandelte HH kann sehr tragisch sein. Und ich vermute, dass in den Foren eine 'selektive Verzerrung' herrscht - Opfer von missglückten OP's melden sich eher als glücklich Operierte. In recht vielen Studien kommen andere Zahlen raus, je nach Operationstechnik mit sehr hohen Zufriedenheitsraten. Natürlich kann man diese Ergebnisse anzweifeln, das kann man immer und deshalb möchte ich da auch nicht weiter diskutieren. Es ist ein Fass ohne Boden, ich kenne das ja, habe alles hinterfragt und auch die Hinterfragung hinterfragt. Es gibt tragische Fälle, hatte vor der OP auch direkten Kontakt mit einem ETS-Geschädigten. Aber es gibt auch Glückliche, und wenn man der Erfahrung von Dr. Tarfusser glaubt, sind es viele. Für mich sind seine Ausführungen plausibel. Mehr kann ich nicht aussagen. Bzw. habe ich gründsätzlich zwei Botschaften:
- Ein Erfahrungsbericht - meine ETS ist geglückt (Perspektive: 11 Monate danach)
- Darüber hinaus: Es gibt plausible Hinweise darauf, dass das Ergebnis einer ETS weniger eine Glücksache ist, sondern mehr eine Frage der Operationstechnik und der Präzision.
Am Ende muss jede/r selber entscheiden.
Hallo Andreas,
weißt du inzwischen was über die Freundin deiner Nachbarin, die sich beides machen lassen hat?
Und zu dir Marvin,
klar sollte man lange darüber nachdenken bevor meine eine solche OP in Ervägung zieht. Risiken, negative Erfahrungen etc. gibt es aber bei so gut JEDER OP.
Jeder muss letzendlich selber für sich entscheiden, ob man sowas machen lassen möchte oder nicht und damit meine ich AUCH DIE FÜSSE. Und die Berichte von denen, die nicht so gute Erfahrungen nach der OP hatten, hab ich auch nicht ignoriert, weil ich mich lang genug mit der ganzen Sache auseinandergesetzt hab, mehrere Berichte in Foren über die ETS gelesen hab, auch die, die negativ waren. Ich war mir also dessen bewusst, dass es auch schlecht ausgehen könnte.. vorallem wegen dem KS.
Nach jahrelangem Leiden und gescheiterten Versuchen, die Hyperhidrose ohne OP in den Griff zu bekommen, hab ich's seelisch aber nicht mehr ertragen können und musste mich dann für die ETS entscheiden.
Wie gesagt, weil mich das Schwitzen an den Füßen auch sehr stört und eine positiv von der ELS berichtet hat und das bei Dr. Schick, würde ich auch gerne die OP für die Füße machen wollen, frag ja aber eben wegen der Risiken (vorallem wegen dem KS) hier nach, ob's hier weitere gibt, die sich beides machen lassen haben :)
Topic Author
M Babe
@mbabe