Nervenblockade bei Hyperhidrose sinnvoll ???

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Hallo,

ich bräuchte bitte eure Hilfe!
Ich bin 18 Jahre und leide eigentlich schon seit ich mich daran erinnern kann an Hyperhidrose. Im laufe der Zeit habe ich von Antitranspiranten bis Botox alles versucht, bisher war alles vergeblich. Nichts hat geholfen, nicht mal ein bisschen... Vor ein paar Wochen hatte ich bei
PD Dr. Schick in München einen Beratungstermin für die Nervenblockade. Ich bin nur total unsicher, weil ich Angst vor der OP habe und Angst davor habe das das kompensatorische Schwitzen so schlimm ist oder das alte Schwitzen wieder zurückkommt.
Was habt ihr damit für Erfahrungen gemacht ???
Ich hoffe ihr könnt mir bei meiner Entscheidung weiterhelfen!

Danke schon mal!

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Hallo Chrissi,

mir gings genau so. Ich leide schon seit ich denken kann an Hyperhidrose. Bei mir hat auch nix geholfen. Ich habe eine endoskopische Sympathektomie durchführen lassen. Das käme dann wohl auch für dich in Frage. Ich würde es dir empfehlen.

Du musst dir aber im klaren sein, dass die OP auch Risiken hat. Ganz selten können Verletzungen der Lunge auftreten. Dann gibt es noch das Horner Syndrom. Hierbei kann das Augenlid hängen, sich die Pupille dauerhaft verengen oder das Auge wird einfach trocken. Das hat mir anfangs sehr Angst gemacht. Aber ich muss sagen, nach meinenm Beratungsgespräch war die Angst wesentlich geringer. Das Horner Syndrom könnte v.a. bei den Menschen auftreten, die sich wegen Schwitzen im Gesicht operieren lassen. Das hat etwas mit den Nervenknotenpunkten (= Ganglien) zu tun. Lass dir das genau erklären. Na und dann gibt es halt noch das kompensatorische Schwitzen.

EVTL. hast du nach der OP noch eine Drainage. Die bekommst du, wenn sich die Lunge noch nicht wieder richtig mit Luft "aufgebläht" hat. Bei mir wurde sie noch am Tag der OP entfernt (am späten abend). Das war jedoch net so angenehm. Bei mir wurde ja die OP in 2 Schritten durchgeführt. Erst die linke, dann die rechte Seite. Das wurde mir do empfohlen, weil man ja nie weiß, welche Komplikationen auftreten. Und jetz bei der 2. OP hatte ich auch keine Drainage. Das war toll!

An deiner Stelle würde ich aber erstmal zu dem Beratungstermin gehen. Lass dich erstmal genau informieren. Vielleicht notierst du dir auch vorher noch ein paar Fragen, damit du nichts vergisst.

Bei mir hat die OP echt geholfen. Hände sind warm und trocken. Achseln auch. Wobei die linke Seite wieder etwas schwitzt. Ist aber nicht sehr doll. Und das kompensatorische Schwitzen habe ich nur in anstrengenden, aufregenden Situationen oder wenn's sehr warm ist (Sommer)am Rücken, Bauch, Beine , Po. Es ist aber vergleichsweise halb so schlimm. Ich finde es toll jetzt endlich mal jmd die Hand geben zu können, ohne mich dabei für meine nassen Hände schämen zu müssen.

Ich wünsche dir alles Gute. Wenn du noch fragen hast, meld dich einfach nochmal.

Lg
Hallo PuFA :)

danke schon mal, hast mir echt ein bisschen weitergeholfen!
Einen Beratungstermin hatte ich ja schon, ich hab nur so viel Angst vor einer Operation, und davor das eben das schwitzen nach einiger Zeit wiederkommt und alles umsonst war ...
Wann hast du dich denn operieren lassen ?
Und bei welchen Arzt ?
Und darf ich fragen wie alt du bist ?
Hast du eigentlich nur Hände und Achseln machen lassen oder Füße auch ??
Fragen über Fragen ich weiß ...

Danke!
Hallo Chrissi1992 und willkommen im Forum!

Ich war 19, als ich meine OP hatte, auch bei Dr. Schick, aber damals noch in der Uniklink Erlangen.
Ist jetzt über 9 Jahre her.

Bei mir ist das kompensatorische Schwitzen am Oberkörper mittlerweile so, dass ich im Sommer keine bunten T-Shirts mehr trage, bzw. nur mit Bluse oder Weste drüber, um die Flecken auf dem T-Shirt zu verbergen, was ich seeehr schade finde. (Es sei denn ich bin zu Hause, da ist es mir egal.) Das kompensatorische Schwitzen tritt bei mir hauptsächlich bei Hitze oder körperlicher Anstrengung auf, aber ich finde es dennoch unangenehm.
Die Hände schwitzen auch wieder. Kurz vor und während der Periode etwas stärker als sonst. Das wird bei mir wohl nie aufhören...

Das kompensatorische Schwitzen fing bereits in den ersten Tagen nach der OP langsam an. Und nachts wachte ich oft auf und hatte Panik, weil meine Hände sich wieder klatschnass anfühlten, aber wenn ich dann nachguckte bzw. nachfühlte, waren sie trocken (Phantomschwitzen). Zumindest für ein paar Monate, bis sie tatsächlich wieder feucht wurden. (s.a. meine anderen Beiträge in diesem Forum)
Manchmal habe ich auch ein leichtes Ziehen im Rücken, bzw. ganz leichte Schmerzen, bin nicht sicher, ob es die Stelle ist, wo die Titanklemmen sitzen oder ob es vom vielen (krummen) Sitzen kommt.

Aber es gibt sicher auch sehr viele Menschen, denen die OP gut geholfen hat. Bloß findet man die in einem HH-Forum eher selten, weil für sie HH ja kein Thema mehr ist. ;)

Wurde auch wirklich alles andere schon versucht und untersucht?
Habe mein Handschwitzen (nach der OP) mit Antihydralsalbe (die ich vorher leider nicht gekannt hatte) einigermaßen in den Griff bekommen. (Musste sie erst eine Woche lang jede Nacht auftragen, bevor langsam eine Wirkung eintrat, jetzt nutze ich sie viel seltener.)
Wie steht es mit der Schilddrüse?
Warst du schon bei einem Neurologen?
Und auch wenn es umstritten ist: Schonmal Entsäuerung/basische Ernährung versucht? Falls es klappen sollte, wäre es immer noch besser als eine OP, zumindest mit weit weniger Risiken verbunden.
Aber mich wundert, dass sogar Botox bei dir nicht funktioniert hat. Habe es zwar nie selber versucht, aber ich dachte immer, es würde bei jedem wirken. (Wenn auch nur für begrenzte Zeit.)

Rückblickend bin ich nicht sicher, ob die OP damals die richtige Entscheidung war. Einerseits wurde das Handschwitzen zwar reduziert, aber dazu kam das kompensatorische Schwitzen. Glücklicherweise gab es keine sonstigen Komplikationen.
Ich frage mich immer wieder, ob ich die OP überhaupt hätte machen lassen, wenn ich damals schon Antihydral gehabt hätte. Aber vielleicht hätte es ja nicht gut genug geholfen und ich hätte die OP dann trotzdem machen lassen, in der Hoffnung ganz trocken zu werden?? - Was wäre, wenn... Solche Fragen stellt man sich dann Jahre später...
Aber im Moment des Schwitzens tendiert man dazu, einfach nur die Hoffnung auf ein normales/trockenes Leben zu sehen, dann blendet man die Risiken gerne aus...

Wenn du nach dem Beratungsgespräch immer noch so unsicher bist, solltest du die OP vielleicht erstmal nicht machen und es dir dann in einem Jahr oder so nochmal überlegen. Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.

Letztendlich ist es eine Entscheidung, die du für dich selbst treffen musst.


Liebe Grüße,

Ilona
Danke dir!
Ich bin froh das du mir das alles erzählt hast, jetzt seh ich das alles ein bisschen realistischer und bei meiner ganzen Skepsis sollt ich mir hier wirklich noch ein bisschen Zeit lassen. Denn ich will auch nicht das es wieder zurückkommt und auch nicht dass, das kompensatorische Schwitzen dann eine Belastung wird.
Naja alles habe ich bestimmt noch nicht ausprobiert, aber ziemlich viel. Ich weiß ja teilweise gar nicht was man noch alles so machen kann bzw. manchmal fehlt mir ehrlich gesagt wirklich der Wille, weil ich mir langsam denk es hilft ja eh nix mehr.
Botox war bei mir der größte reinfall. Ca. 1-2 Wochen waren meine Hände ein bisschen trockener, aber dafür auch ein wenig gelähmt... und dann war alles wieder so wie vorher.
Antihydral hab ich auch schon ausprobiert, allerdings wurden meine Hände ziemlich gelb und seehr trocken, aber geschwitzt haben sie trotzdem...
Das mit der Schilddrüse wäre eben mit der OP-Vorbereitung dann passiert, weiß auch nicht wieso das nie gemacht wurde, manche Ärzte nehmen das Thema HH auch nicht so ernst, find ich irgendwie. Aber ich lass meine Schilddrüse gleich nächste Woche untersuchen.
Aber die Tipps die du mit gegeben hast werde ich jetzt aufjedenfall versuchen und das mit der OP verschieb ich jetzt mal nach hinten.
Das ist denk ich die Beste Lösung zur Zeit.
Vielleicht kannst du mir noch ein paar Tipps geben was man noch dagegen tun könnte oder was die Ursache sein kann ?!
Schwitzt du eigentlich an den Füßen auch so stark ?
Hallo Chrissi,

um noch mal auf deine Fragen zurückzukommen.
Also ich bin 21 und die erste OP hatte ich im Dezember letzten Jahres. Vor ca. 2 Wochen hatte ich dann die 2. OP. Das ging bei mir zeitlich nicht anders, weil ich durchs Studium ziemlich eingebunden bin.

Die OP habe ich im SRH Waldklinikum Gera (Thüringen) bei Dr. Lesser durchführen lassen. Die Ärzte dort waren wirklich alles sehr nett.

Operiert wurden nur die Hände. Vorige Woche hatte ich auch noch eine etwas feuchte rechte Hand. Die is aber mit einmal wieder staubtrocken, was mich sehr freut.

Hast du eigentlich schon mal Vagantin versucht? Mir hat es etwas geholfen, wenn auch nur für ein paar Stunden am Tag. Dafür hatte ich dann aber ziemlich starke Mundtrockenheit, was auch wieder nicht schön war. Ich habe Vagantin jetzt aber auch beim Kompensatorischen schwitzen ausprobiert und muss sagen, dass mir da 1 Tablette vollkommen reicht. Früher musste ich 3 am Tag nehmen.

lg
Hallo Ilona,

ich würde gern wissen wollen, wie die Nervenblockade bei dir vor 9 Jahren durchgeführt wurde. War das auch so eine Art Schlüsselloch-OP bei der Ganglien (Nervenknotenpunkte) durchtrennt wurden?

Und hat man dir gesagt, dass das Schwitzen an den Händen wieder kommen kann bzw. warst du deswegen noch einmal bei einem Arzt gewesen, der dir das erklären konnte?

vlg
Möchte auch meinen "Senf" dazugeben.

Habe im Januar eine ETS machen lassen, bis heute mit Erfolg - Hände sind total trocken. Leider hat sich bei mir auch das kompensatorische Schwitzen nach der OP eingestellt, ich kann das aber besser als die nassen Hände ertragen. Nach der OP hatte ich zwar ein wenig zu "knacken" und litt unter starken Schmerzen im Brustkorb und Atemschwierigkeiten, die ich nur mit starken Schmerzmitteln in den Griff bekam. Alles in allem würde ich diese OP aber jederzeit wieder machen lassen, auch wenn es danach nicht so angenehm für mich war. Ich hoffe, dass der Erfolg von Dauer sein wird (Nerv wurde bei mir durchtrennt und mit Strom verödet), das ganze in Schlüssellochtechnik. Von einem Rezidiv hatte man mir nichts gesagt.

Vor kurzem habe ich mich auch für eine operative lumbale Nervenblockade entschieden, um die Füsse "trocken zu legen". Leider bisher ohne Erfolg... :(((

Liebe Grüsse!
Erstmal entschuldige ich mich für die späten Antworten.

Also:
@ Chrissi:
>>Vielleicht kannst du mir noch ein paar Tipps geben was man noch dagegen tun könnte oder was die Ursache sein kann ?!<<
Hm, da gibt's vieles. Wahrscheinlich hast du inzwischen selbst schon einiges im Internet gefunden?
Oh, und wie steht's mit der Schilddrüse? Die wolltest du ja untersuchen lassen?
Was man gegen das Schwitzen tun kann, weiß ich nicht. Wenn ich es wüsste, wäre ich trocken! ;)
Ursachen... oje, da kommt so vieles infrage... Letztens hab ich gelesen, dass auch Diabetes ein Auslöser sein kann.
Oder Darmpilz Candida Albicans. (Aber dann müssten auch Symptome wie dauernde Müdigkeit, Heißhungerattacken, Gelenkschmerzen vorliegen. - Kenne ich aus eigener Erfahrung, in jener Zeit schwitzte ich noch extremer als sonst...)


>>Schwitzt du eigentlich an den Füßen auch so stark ?<<
Ja.
Normalerweise kann ich damit gut leben, nur in Japan fand ich es sehr störend, habe fast nie Einladungen nach Hause angenommen, weil man in Japan immer die Schuhe ausziehen muss...>.<



@ PuFa:
>>War das auch so eine Art Schlüsselloch-OP bei der Ganglien (Nervenknotenpunkte) durchtrennt wurden? <<
Ja, es war eine Schlüsselloch-OP: Ein Loch seitlich am Brustkorb, eins unter der Achsel. Auf beiden Seiten. Nein, die Nerven wurden nicht durchtrennt, ich habe Titanclips.

>>Und hat man dir gesagt, dass das Schwitzen an den Händen wieder kommen kann bzw. warst du deswegen noch einmal bei einem Arzt gewesen, der dir das erklären konnte?<<
Uns wurde gesagt, dass die Erfolgschancen bei 95% lägen, als das Schwitzen wieder kam, dachte ich mir, dass ich wohl zu den anderen 5% gehöre.
Ich war wegen des Schwitzens nicht noch einmal bei einem Arzt, denn ich gehe davon aus, dass die mir sowieso nicht helfen können.
Aber vielleicht sollte ich das irgendwann mal untersuchen lassen. Wenn ich mal Geld übrig hab, für einen Heilpraktiker oder so. Kassenärzte nehmen sich höchstens 3 Minuten Zeit für mich, egal, was es ist. Daher gehe ich nur zum Arzt, wenn es unerlässlich ist.

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C

Chrissi1992

@Chrissi1992

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Created Montag, 25. Oktober 2010 20:50
Zuletzt aktualisiert: %s Dienstag, 03. Oktober 2017 13:13
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