Mittlerweile bin ich 35 Jahre alt und quäle mich immer noch mit meinem Symptom.
Als ich 16 Jahre alt war und in einem 6 Abteil im Zug saß, setzten sich 3 hübsche Mädels zu mir. Ich war sehr schüchtern und traute mich nicht mit ihnen zu sprechen. Aber ich konnte das Abteil auch nicht Verlassen. Das wäre ja blöd gekommen und so saß ich weiter im Abteil aber fühlte mich gefangen. So fing ich auf einmal extrem stark zum Schwitzen an. Dabei lief mir des Schweiß von der Stirn und die Mädels sahen mich entsetzt an. Niemand sagte was. Doch die Situation war für mich schrecklich. Ich selbst wusste nicht was passierte.
Bei mir kommt der Schweiß über die Stirn. Die rechte Kopfhälfte schwitzt mehr. Die Haare werden nass, dann beginnt der Rücken, die Brust, die Arme und Beine zu schwitzen. Dabei kann ein T-Shirt komplett nass werden. Bei hellen Hosen oder Pullovern sieht man dann nasse Stelle. Deshalb trage ich eher dunkle Kleidung. Meine Haare trage ich so, dass sie die Stirn verdecken.
Zur Berufschulzeit schwitzte ich schon vor dem Unterricht, also zu haus. Ich ging nicht gerne zur Schule, da ich von den Klassenkameraden gemobbt wurde. Hinzu kamen Übelkeit und Magenprobleme.
Diese Symptome gingen nach der Lehre zurück. Während des Zivildienstes hatte ich nur wenig Probleme. Doch als ich mich kurz vor dem Schluss für eine Stelle bewarb gingen die Probleme wieder los. Das Vorstellungsgespräch verließ ich komplett nass.
Ein Wunder, dass ich die Stelle trotzdem erhielt.
Doch leider ging der eigentliche Albtraum erst los.
Ich schwitzte jeden Tag mehrmals extrem stark. Jeden Morgen, bei der Arbeit, wenn der Chef kam, beim Mittagessen usw.
Jeder Tag war eine Harte Probe.
Deshalb ging ich zum Arzt und ließ mich untersuchen.
Dabei wurden alle Blutbilder, die Schilddrüse, die Lunge, Magen- u. Darmspiegelung usw. untersucht.
Mein Körper war gesund.
Doch von den damaligen Ärzten hätte keiner daran gedacht, dass es die Psyche sein konnte.
Zum Glück kam jetzt eine etwas bessere Zeit. Ich lerne meine damalige Freundin kennen und die Symptome verschwanden komplett.
So als ob nichts gewesen wäre. Alles okay und alles gut.
Jetzt machte ich eine Weiterbildung. Kurz vor dem Abschluss der Weiterbildungsmaßnahme ging unsere Beziehung auseinander. Jetzt standen die Prüfungen und Bewerbungen für den neuen Job an.
Auf einmal fing mein Körper wieder zum Schwitzen an.
Ich bekam wieder einen Job, das Bewerbungsgespräch verlief gut.
Doch fühlte ich mich in der neuen Gruppe sehr unsicher.
Jeden Morgen musste ich schwitzen, ich verließ die Gruppe mehrmals um mir auf dem WC den Schweiß aus dem Gesicht zu wischen. Oder ich tat so als ob ich mir die Nase abwischte um heimlich den Schweiß aus meinem Gesicht zu wischen.
Jeden Tag hatte ich Angst vor dem Schwitzen und davor blamiert zu werden.
Tabletten und Salben halfen nicht, oder nur sehr kurz.
Schließlich suchte ich eine Psychologin auf.
Sie diagnostizierte eine Soziale Phobie.
Mit einer Verhaltenstherapie ging sie gegen mein Problem an.
Dies klappte mit mehr oder weniger Erfolg.
Es so Phasen, Mal geht es mir besser und dann auch wieder schlechter. Doch leider nicht nachhaltig gut.
Sehr viele negative Erlebnisse musste ich bezwingen.
Einmal wurde ich Sylvester zu Freunden eingeladen.
Hier kannte ich nur 2 Personen am aber einen einen Tisch mit mehren Personen welche ich nicht kannte. Mein Körper begann zu schwitzen. Bei meinem eigenem Geburtstag waren meine Freunde da, wir saßen an einem Tisch. Mir lief das Wasser vom Kopf.
Eine Versammlung im Betrieb, ich stand in der letzten Reihe und trotzdem lief mir das Wasser vom Kopf.
Momentan bin ich wieder in Behandlung weil ich so nicht weiter leben kann und will. Meine Therapeuten möchte mich in eine psychosomatische Klinik bringen lassen.
Der Aufenthalt wäre von 4 - 6 Wochen lang. Hat jemand damit Erfahrung gemacht und wie sind die Erfolgsaussichten?
Ich möchte es versuchen.
Trotz allem versuche ich positiv zu denken und das Leben zu genießen. Ist leider nicht immer einfach. Aber es geht weiter.
1 Replies
hi
ich kann deine probleme teilweise nachvollzihen und glaube das du diese therapie machen solltest.
wünsch dir viel erfolg und kopf hoch.
versuch mal dir im vorfeld bei so angstsituationen in der gemeinschaft auszudenken was im schlimmsten fall passieren kann. und dann überlege ob das so auch zutrifft.
gruß
ich kann deine probleme teilweise nachvollzihen und glaube das du diese therapie machen solltest.
wünsch dir viel erfolg und kopf hoch.
versuch mal dir im vorfeld bei so angstsituationen in der gemeinschaft auszudenken was im schlimmsten fall passieren kann. und dann überlege ob das so auch zutrifft.
gruß
Topic Author
S
Schweismann
@Schweismann
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Created
Dienstag, 28. Februar 2012 22:43
Zuletzt aktualisiert: %s
Dienstag, 03. Oktober 2017 13:13
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