Liebe Katrin_84!
Nachdem ich mich nun 6 Jahre lang ganz, ganz intensiv mit Hyperhidrose beschäftigt habe, habe ich so ziemlich alles gelesen, was ich dazu finden konnte. Erstmals bemerkt habe ich es schon im Alter von 6 Jahren, ab der Pubertät enorme Zunahme der Intensität des Schwitzens und ab da immer "anfallsartig". D.h. es gab immer einen Auslöser und im Rückblick sage ich immer, es waren regelrechte "Schwitz-Anfälle" (von 0 auf 100). Zwei Gefühle haben damals mein Leben bestimmt: ANGST und SCHAM. Ich hab oft meine Hände angestarrt und meinen Körper gefragt: "Warum tust Du mir das an? Was ist das für ein Leben?"
Bei so einem Anfall ist das Wasser regelrecht aus meinen Händen geronnen und abgetropft, wenn ich es nicht abgewischt habe und das hat so lange angehalten, bis mein Nervensystem "herunterfahren" konnte. Und das ist mir immer erst gelungen, wenn ich zu Hause war, sogar im Sommer. Nur hat es im Sommer durch die hohen Außentemperaturen oftmals auch zu Hause angefangen zu rinnen.
Mittlerweile bin ich in Kontakt mit mehreren Frauen im Alter von 45 bis 60. Du hast sicher gehört, dass man früher noch "radikal" operiert hat.
Wir waren also auch "Versuchskaninchen für die Mediziner". Das ist so.
Aber jede von uns hat andere Probleme. Und das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass es für die OP bis heute keine klaren Leitlinien gibt, wie vorzugehen ist, sondern nur Empfehlungen. Ich hab alle meine Probleme bereits ins Forum gestellt und habe vorhin unter "Meine Beteiligung" nach "Meine Themen" gesucht. Bisher habe ich dort meine Beiträge gefunden, doch da dürfte etwas umgestellt worden sein. Gerne schreibe ich Dir in den nächsten Tagen nochmals alle Beschwerden auf, die ich HEUTE mit dem Eingriff in Verbindung bringe.
Katrin, ich kann Deine Gefühle voll und ganz nachvollziehen und es kommt der Moment, wo jede/jeder sagt: "Nein! Ich kann und will so nicht mehr weiterleben!" Heute kennt jeder die OP-Möglichkeit!! Ich hab erst im Alter von fast 30 Jahren davon gehört, damals.
Wenn ich aber, wie zuletzt von Becky24 lese, was sie im Jahr 2023 an einer Klinik in Deutschland erfahren musste und, dass man bei ihr nicht nach dem allerletzten Stand der Technik operiert hat, sonder die Nerven durchtrennt hat, dann hoffe ich, dass Ihr meinen Appell versteht. Und dieser lautet:
Bitte, Bitte geht zu den allerbesten Ärzten und nicht zu einem Arzt, der gelegentlich Sympathikus-Durchtrennungen macht oder in ein Krankenhaus, wo die Chirurgen halt auch das machen! Sogar nach der viel gepriesenen Clipping-Methode gibt es Personen, die gleich danach unter einem fürchterlichen KS leiden. Hier in Österreich gibt es schon länger die Bestrebung sogenannte "Schwerpunkt-Kliniken" zu machen. Das bedeutet: nicht jede chirurgische Abteilung soll alles machen, sondern nur jene, die die meiste Erfahrung mit bestimmten Eingriffen haben!!! Für heikle Eingriffe ist die Erfahrung des Operateurs ungemein wichtig! Das sollte eigentlich jedem einleuchten!
(ich sage das deswegen, weil Personen, die sich nicht damit beschäftigen, die Zusammenlegungen so kritisch sehen. Sie möchten immer, dass ALLES in "ihrer" Wohnnähe vorhanden sein soll).
Thema: Kosten
Wenn ich richtig informiert bin, dann habt ihr in Deutschland ein anderes Krankenversicherungssystem und dieses setzt sich aus verschiedenen Versicherungsanstalten zusammen. Je nachdem, wo man versichert ist, zahlt die Krankenkasse den Eingriff oder auch nicht.
Die Hyperhidrose ist eine von der WHO anerkannte Krankheit und hat eine ICD-Nummer!!! Und sobald ein Facharzt für Dermatologie oder sogar eine Klinik die DIAGNOSE bestätigt, sollte die Krankenkasse auch die Kosten übernehmen. Katrin, Du schreibst von "Panikattacken"! Das alleine zeigt ja schon, wie stark Du unter der Krankheit leidest!!
Ihr habt Dr. Schick in München und in Meran gibt es Dr. Tarfusser (er spricht ja deutsch). Soweit ich weiß, gibt es auch in anderen nordischen Ländern Kliniken mit viel Expertise, aber ihr wollt Euch ja schließlich in Eurer Muttersprache informieren und verständigen, nicht wahr?
Die Älteren unter uns sind dazu da, Ihre Erfahrungen den Jungen weiterzugeben! Google und Facebook weiß fast alles. Aber vielleicht solltet Ihr hin und wieder auch mit "echten" Menschen reden! Wir lernen ja voneinander! Mich haben meine Erfahrungen viel "Lehrgeld" gekosten und zwar in Form von ECHTEM GELD und körperlichen Problemen, die bleiben werden so lange ich lebe.
Bis zum nächsten Beitrag ganz liebe Grüße! Marvie