AHCL krebserregend oder nicht??

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Hallo zusammen,

so, wie versprochen ein neuer Thread der sich um den aktuellen Stand der Frage kümmert: "AHCL krebserregend, oder nicht?" .

Habe nun die erste Aussage von der Deutschen Krebshilfe erhalten. Zitat: Da unser Haus keine eindeutige Angaben zu einem erhöhtem Krebserregungsrisiko bei Anwendung von aluminiumchloridhaltigen Deodorands vorliegen, möchten wir Sie mit Ihrer Fragestellung an verschiedene andere Institutionen verweisen.

Leider bringt uns das erst einmal nicht weiter, aber ich bleibe am Ball und werde mich nun mit den angegebenen anderen Institutionen in Verbindung setzen.

Vielleicht kommt da ja was heraus.

Vorerst in diesem Sinne...

Emanuel Rodrigez

14 Replies

Hallo Admin,

immer gerne, wenn's um dieses Thema geht.

Sollte ja für uns alle hilfreich sein!!

Emanuel Rodrigez
Wollte Dir gerade einen Karmapunkt geben aber Du bist ja leider gar nicht als User registriert.
Hallo Admin,

das hatte ich wohl ganz vergessen! Jetzt allerdings bin ich User! Hätten wir das auch.

Emanuel Rodrigez
Hallo,

so langsam kommen einige Antworten zurück. Ich möchte sie allerdings aus Gründen der Objektivität erst einmal ohne meine Stellungnahme zitieren.

Die zweite Antwort kommt nun vom Krebsinformationsdienst KID des Deutsches Krebsforschungszentrums:



Seit mehreren Jahren wird die Frage diskutiert, ob aluminiumhaltige Antitranspirantien Krebs begünstigen könnten. Einen konkreten Anlass dafür gab es aus wissenschaftlicher Sicht zwar nicht, trotzdem werden Substanzen, die in Kosmetika und Medizinprodukten verwendet werden, immer auch unter diesem Aspekt wissenschaftlich begleitet. Zuständige Institutionen in Deutschland sind das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte, wenn es um Arzneimittel geht (www.bfarm.de); da die Mehrzahl der verwendeten Produkte allerdings als Kosmetika auf dem Markt sind, hat vor allem das Bundesinstitut für Risikobewertung (www.bfr.bund.de) sich mit dem Thema befasst bzw. den heute überwiegend zuständigen Behörden der Europäischen Union zugearbeitet. Wir haben außer diesen beiden Quellen für Sie wissenschaftliche Literaturdatenbanken nach Informationen durchgesehen.

Die Wirkung der meisten aluminiumhaltigen Deos, die frei verkäuflich sind, ebenso wie die der Spezialprodukte, die bei krankhaften Schwitzen angeboten werden, ist so zu erklären, dass diese zunächst die Schweißdrüsen kurzfristig verstopfen. Bei langfristiger Anwendung reduziert sich auch die Zahl der Schweißdrüsen ein bisschen, ähnlich wie bei Haarwurzeln, die nach langjährigem Auszupfen keine Haare mehr nachproduzieren.
Abgesehen von - immer möglichen - Allergien sind jedoch keine negativen Folgen - wie beispielsweise die von Ihnen angesprochene krebserregende Wirkung - nach ihrer Anwendung bekannt. Die Anwendung von Antitranspirantien auf der Basis von Aluminiumverbindungen gilt, so die wissenschaftliche Literatur, international als erste Möglichkeit, die vor allen anderen Verfahren eingesetzt werden sollte, weil sie die am wenigste aufwändige und langfristig wenig belastende Behandlungsmethode für die Betroffenen darstellt.
Außer dem Krebsrisiko haben Untersuchungen auch das gelegentlich behauptete Risiko für Alzheimer inzwischen ausgeschlossen, so das Bundesinstitut für Risikobewertung.

Bitte beachten Sie, dass gegen übermäßiges Schwitzen auch andere Produkte angeboten werden, die nicht auf Aluminiumbasis wirken oder viele andere Beistoffe enthalten, und für die unsere Hintergrundinformationen daher nicht zutreffen. Wir möchten Sie daher noch einmal bitten, im Zweifelsfall konkret Ihren Arzt anzusprechen, auch in Apotheken kann man für Sie eventuell Kontakt mit den Fachinformationsdiensten der Ärzte- und Apothekerschaft aufnehmen.


Ich werde mich natürlich mit den beiden, im Text genannten Adressen in Verbindung setzen.

Emanuel Rodrigez<br><br>Post ge&auml;ndert von: admin, am: 15/09/2006 14:01
Vielen Dank für Deine Mühen, Emanuel!

Ich habe in Deinem Beitrag die Schrift von Fett auf Kursiv umgestellt und die entscheidende Passage dafür fett markiert. Nicht, das jemand denkt ich hätte da dem Verfasser von der Aussage her etwas auf die Sprünge geholfen :sick:
Hallo,

nur der Vollständigkeit halber folgende Antwort von
der Berliner Krebsgesellschaft e.V.:

"...vielen Dank für Ihre Anfrage. Leider können wir Ihnen zu diesem Punkt jedoch momentan leider auch keine Auskunft geben.

Ich danke Ihnen für Ihr Verständnis und verbleibe..."


Hilft uns leider nicht wirklich weiter. Aber warten wir ab...

Emanuel Rodrigez
Hallo zusammen,

und wieder einmal zur Vollständigkeit:

Die Antwort der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft:

"...vielen Dank für Ihre Anfrage vom 16.10.2006 zu Aluminiumchlorid.

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) hat als Fachausschuss der Bundesärztekammer (BÄK) einen definierten Auftrag und berät diese in den das Arzneimittelwesen betreffenden wissenschaftlichen Fragen. Patienten und Privatpersonen steht die AkdÄ als direkter Ansprechpartner in Arzneimittelfragen, für Beratungen oder gutachterliche Stellungnahmen nicht zur Verfügung.

Wir müssen Ihnen daher zu unserem Bedauern mitteilen, dass wir Ihrem Wunsch nach Auskunft in der oben genannten Sache nicht nachkommen können. Wir möchten Sie aber auf die Webseite des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) hinweisen, wo Sie evtl. Informationen zu Ihrer Frage finden könnten.
"

Habe mich natürlich sofort an das BfR gewendet und warte nun mal von denen die Antwort ab.

Emanuel Rodrigez
Hallo!

ich beschäftige mich jetzt ein wenig damit, und es schreckt mich auch etwas ab, obwohl ich selbst die wirkung von ahc erlebt habe und sehr zufrieden war.
die angst vor diesen nachwirkungen lässt mich zögern, das mittel wieder zu bestellen, obwohl ich den artikel aus dem bundesinstitut für risikobewertung gelesen habe.
daher stellt sich mir die frage, wer überhaupt diese theorie aufgestellt hat, das ahc mittel krebs- bzw alzheimererregend seinen.

ich würde mich sehr über eine antwort freuen, damit ich auch weiter ohne bedenken ahc nehmen kann, und mein leben weiter so unbeschwert bleibt! danke!
ässt mich zögern, das mittel wieder zu bestellen, obwohl ich den artikel aus dem bundesinstitut für risikobewertung gelesen habe.
daher stellt sich mir die frage, wer überhaupt diese theorie aufgestellt hat, das ahc mittel krebs- bzw alzheimererregend seinen.

ich würde mich sehr über eine antwort freuen, damit ich auch weiter ohne bedenken ahc nehmen kann, und mein leben weiter so unbeschwert bleibt! danke!

Die Theorie, dass auf AlCl basierende Antiperspirantien krebserregend sein könnten kenne ich seit rund 7 Jahren. Es ist mir allerdings kein bestätigter Verdachtsfall oder eine entsprechende Meldung eines Instituts bekannt, die diesen Verdacht bestätigen würde.

Bislang habe ich nur immer wieder Entwarnungen gehört die scheinbar belegen, dass an dieser Theorie nichts dran ist. Und ein "Bundesinstitut für Risikobewertung" ist doch eben genau dafür da ein Risiko abzuschätzen und im Zweifelsfall auch zu warnen, oder? Statt dessen hat dieses Institut die Anwendung bei HH sogar empfohlen. Ich denke dies ist eindeutig.

Sollte es eine nachweisliche Gefährdung geben würde sich diese Nachricht sehr schnell im Internet verbreiten und auch wir würden natürlich das AHC (wie andere auch) sofort aus dem Programm nehmen. Beruhigt?

Wo diese Theorie überhaupt her kommt würde mich aber auch mal interessieren :dry:
Hallo,

ich kann dem Admin da nur recht geben: Bisher sprechen alle meine Nachforschung gegen diese Theorie.

Wer diese Theorie nun aufgestellt weiß ich auch nicht, aber es gibt ja immer irgendwelche Skeptiker, die alles kritisieren müssen!:evil:

Ach ja, ich war letzte Woche beim Allround-Check bei meinem Hausarzt und habe ihn auch bzgl. AlCl auf meine Blutwerte angesprochen (immerhin nehme ich AlCl-Produkte ja auch schon gut seit 4 Jahren) und er bestätigte mir, daß meine Wertealle im Normbereich liegen.

Emanuel Rodrigez
alles klar! ich wollte nur sicher gehen :silly:

danke!
Hallo zusammen,

so, nun habe ich nach langem Nachforschen endlich mal eine Antwort bekommen, die 1. aussagekräftig und 2. beruhigend für uns alle seien sollte.

Die Antwort kommt vom "Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)" von Herrn PD Dr. Detlef Wölfle!

"...auf Ihre Anfrage zu möglichen gesundheitsschädlichen Wirkungen von
Aluminiumchlorid in Deodorantien können wir Ihnen Folgendes mitteilen:

Das BfR hat sich in letzter Zeit mehrfach mit der Aufnahme und
gesundheitlichen Bewertung von Aluminium in Verbraucherprodukten und
Lebensmitteln beschäftigt
(http://www.bfr.bund.de/cm/216/kein_zusammenhang_zwischen_der_aluminiumaufnahme_aus_lebensmittelbedarfsgegenstaenden_und_alzheimer.pdf).


Das BfR kam zu dem Schluss, dass die geschätzte Aluminium-Aufnahme aus
kosmetischen Mitteln (Deodorantien) gering ist im Vergleich zur Aufnahme
aus Lebensmitteln, die Aluminium natürlicher Weise enthalten, und
Medikamenten wie Antacida. Zur dermalen Aufnahme von Aluminium aus
kosmetischen Mitteln liegen dem BfR bisher nur wenige Daten vor. Die
geschätzte Aufnahme über die Haut (dermale Resorption) liegt bei 0,01%.
In Untersuchungen zur transdermalen Aufnahme von wasserlöslichem
Aluminiumchlorid bei Mäusen lag die maximale Penetrationsrate bei 24,6
ng/cm2. Legt man diesen Wert für eine Abschätzung der Exposition durch
Aluminium aus Deodorantien zugrunde, ergibt sich bei einer
Auftragungsfläche von 300 cm2 eine Aufnahme von 7,5 µg pro Anwendung.
Aus neueren Untersuchungen am Menschen ist bekannt, dass nach einmaligem
Auftrag von 0,4 ml einer 21 %igen Aluminiumchlorhydrat-Lösung in der
Achselhöhle 3,6 µg resorbiert werden.

Damit liegt die Aluminiumaufnahme über die Haut sehr deutlich unterhalb
der vom Wissenschaftlichen Lebensmittelausschuss der EU-Kommission (SCF)
festgelegten täglichen tolerablen Aufnahmemenge (TDI) von Aluminium in
Höhe von 1 mg/kg Körpergewicht bzw. 60 mg/Person (mit einem Gewicht
von 60 kg). Vom Expertengremium für Lebensmittelzusatzstoffe der
Welternährungsorganisation (FAO) und der WHO (JECFA) ist neuerdings
ein tolerierbarer wöchentlicher Aufnahmewert (PTWI) in Höhe von 1 mg/kg
Körpergewicht (KG) für die Gesamtaufnahme von Aluminium aus
Lebensmitteln, einschließlich Aluminiumsalzen in
Lebensmittelzusatzstoffen abgeleitet worden (JECFA, 7.Juli 2006:
http://www.who.int/ipcs/food/jecfa/summaries/summary67.pdf). Auch
dieser Wert liegt deutlich über der berechneten Aufnahmemenge durch
Deodorantien.

JECFA hat für die Ableitung des PTWI toxikologische Daten aus
tierexperimentellen Untersuchungen zugrunde gelegt (niedrigste
toxikologisch wirksame Dosis: 50 mg/kg Körpergewicht und Tag). Hohe
Dosen von Aluminiumchlorid induzierten bei Mäusen Störungen im
Phosphatstoffwechsel. Mit 0,1% und 0,2% Aluminiumchlorid im Futter
wurden funktionelle oder neurochemische Veränderungen beobachtet. In
hohen Dosen traten in reproduktionstoxikologischen Studien auch
embryotoxische Effekte auf; teratogene Wirkungen (Fehlbildungen) wurden
aber nicht beobachtet. Es bestehen auch keine Anhaltspunkte für eine
kanzerogene Wirkung von Aluminiumverbindungen. Die Aussage der
*International Agency for Research on Cancer&amp;#147; (IARC), dass gewisse
Expositionen in der Aluminiumproduktion krebserzeugend wirkten, bezieht
sich auf die Gesamtheit der an solchen Arbeitsplätzen eingeatmeten
Luftverunreinigungen. Dabei richtet sich der Verdacht einer ursächlichen
Beteiligung nicht auf Aluminium und seine Verbindungen, sondern auf die
kanzerogenen polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe
(Bundesgesundheitsblatt 12/91).

Gesundheitsschädliche Wirkungen sind bei Menschen nur durch sehr hohe
Aluminiumdosen nach der Einnahme von Antacida (&gt;1.000 mg Al/Person und
Tag) bekannt: Es kam dabei zu Störungen des Phosphat- und
Calciumhaushalts, zur Demineralisation der Knochen und zur Reduktion der
Knochenfestigkeit. Erhöhte, toxikologisch relevante
Aluminium-Blutspiegel traten bei Dialysepatienten durch hohe
Konzentrationen im Dialysewasser und/oder durch therapeutische Gabe von
Aluminiumhydroxid auf. Die toxischen Effekte des Aluminiums
manifestieren sich bei diesen Patienten in den Symptomen einer
Dialyse-Enzephalopathie, die durch eine Vitamin-D-resistente
Minera
lisationsstörung der Knochen, Anämie und Hirnschädigungen
gekennzeichnet ist.

Zusammenfassend ergibt sich aus diesen Daten, dass Expositionen, wie
sie bei der Anwendung von Deodorantien auftreten, nicht mit
gesundheitlichen Gefahren - insbesondere nicht mit krebserzeugenden
Wirkungen - verbunden sind.

Wir hoffen, dass diese Informationen zu Aluminium für Sie hilfreich
sind.

Mit freundlichen Grüßen

D. Wölfle



:cheer: Endlich mal etwas, womit wir was anfangen können! Natürlich, auch die Forschung entwickelt sich immer weiter, aber ich denke, daß wir uns auf solche Aussagen verlassen können. Trotzdem sollte jeder für sich selbst entscheiden, welchen Weg er geht!

Diesen Thread schließe ich vorerst ab, es sei denn ich erfahre irgendwelche interssanten Neuigkeiten zu diesem Thema.

Emanuel Rodrigez

Es gibt eine abschließende Gesamtbewertung des Bundesamts für Risikobewertung (BfR) auf Basis der Studienauswertung des Wissenschaftlichen Ausschuss für EU-Verbrauchersicherheit (SCCS)
Die Bewertung ergibt eine vollständige Entlastung im Bezug auf die jahrzehntelang kursierenden Unsicherheiten und Gerüchte die Aluminium in Antitranspiranten eine karzinogene Gefährdung unterstellt hatten. 
Auch eine Korrelation zu Alzheimer ist somit weiterhin unwahrscheinlich. 

Dies ist insbesondere für Hyperhidrotiker eine sehr gute Nachricht!

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Created Freitag, 08. September 2006 13:24
Zuletzt aktualisiert: %s Dienstag, 03. Oktober 2017 13:12
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