Ein sehr guter Hinweis von Sascha, offen mit der Hyperhidrose umzugehen. Wenn ich davon erzählt habe, habe ich fast durchwegs gute Erfahrungen gemacht (auch wenn Aussenstehende, wie Sascha auch schreibt, die Auswirkungen von HH grundsätzlich unterschätzen).
Die Offenheit braucht allerdings Zeit, und die HH ist ja gerade auch in anonymen Sitautionen schwierig, in denen man keine Zeit hat. Beim Bezahlen im Supermarkt (heute mit Karte weniger als früher mit Bargeld) usw. Da kann man sich nicht dauernd erklären. Mit Freunden, Verwandten oder auch mal am Arbeitsplatz ist es was anderes.
Für die anonymen Situationen hatte ich mir ausgedacht, einen Badge oder ein T-Shirt mit einem HH-Hinweis zu tragen. "Ich habe Hyperhidrose" - dann können Aufmerksame danach fragen und man kann sich erklären. Oder: "I sweat and I'm proud" (aber das hätte historisch etwas seltsam anmuten können, von I'm black and I'm proud). Ausprobiert habe ich es nie.
Wie sich selber akzeptieren? Ratgeber und Psychologie-Magazine sind voll mit Tipps zu Selbstliebe und -akzeptanz. Da kannst du dich schlau machen, vielleicht findest du was. Würde aber nicht zu viel erwarten.
Gesprächstherapie ist natürlich auch eine Möglichkeit. Persönlich hat mir das in Hinsicht auf die HH wenig gebracht - im Analysieren war ich immer gut und gründlich, aber Analyse alleine bringt einen halt nicht unbedingt weiter.
Viellecht das Ganze spielerisch angehen? Ich hatte damals mit einem guten und natürlich eingeweihten Freund Armdrücken gemacht, um mich irgendwie an den Hautkontakt zu gewöhnen. Die Hände natürlich total nass von der Anstrengung und Aufregung. Ans Händeschütteln habe ich mich trotzdem nicht gewöhnt, aber es war immerhin ein unvergessliches Erlebnis und ich war etwas weniger allein mit meinem Problem.
Andere mit einschliessen und nicht alles nur im Kopf zu machen ist bestimmt eine gute Idee. Der Mensch ist ein soziales Wesen und ich glaube nicht, dass Selbstakzeptanz nur eine individuelle Frage ist.
Allgemein finde ich Methoden gut, die den Körper mit einschliessen, vielleicht auch, weil ich vieles somato-psychologisch erfahre und nicht psychosomatisch. Hier einfach die eine oder andere Idee:
TRE, heilendes Zittern, auch mit Mantra oder so möglich.
EMDR, quasi Psychotherapie mit Augenbewegungen, links-rechts, ganz schnell, damit irgendwie mehr eingeschlossen wird als nur der Intellekt
Cantienica, nun da geht's wirklich mehr um den Körper. Aufrichtung mittels Tiefenmuskulatur und Atmung. Aber ich denke, in einem aufgerichteten Körper ist auch der Geist gesünder.
Es gibt bestimmt kein Patentrezept für mehr Selbstakzeptanz, aber viele Möglichkeiten. Probier sie aus!:)