Psychische Aspekte von Hyperhidrose

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Hallo Community,

ich würde mich gerne über die psychischen Aspekte von Hyperhidrose austauschen. Denn diese finden in diesem Forum kaum bis gar keine Beachtung, meines Erachtens.

Ja, das alltägliche Leiden durch schwitzen an diversen Körperstellen ist eine Qual, für wohl jeden von uns. Jedoch empfinde ich die psychische Belastung wesentlich einschränkender als die Sache an sich. Die Scham, die Angst, die Unsicherheit... Und alles führt nur dazu, dass man noch mehr schwitzt als man es eh schon tut und sich zurück zieht aus dem sozialen Leben. Und man macht es sich damit noch schwerer als es eh schon ist.

Daher meine Frage: Gibt es hier wen, der oder die einen gesunden Umgang mit Hyperhidrose für sich gefunden hat, weg von allen Eingriffen, Medikamenten und Mittelchen? Habt ihr Strategien für den Alltag, um solch Situationen entspannter gegenüber zu treten? Was sind eure Erfahrungen mit Scham und Zurückweisung? Kurzum, wie lerne ich mich selbst zu akzeptieren und nicht gegen mich zu arbeiten?

Ich freue mich über eure Meinungen! :)

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Hände und Füße sind (für sich genommen) heute eigentlich sehr gut und zuverlässig therapierbar.
Es wäre deshalb schade, wenn jemand sein Leben von dieser Problematik dauerhaft ungünstig bestimmten lassen würde.

Das würde ich zuvor dann zumindest intensiv hinterfragen wollen 🤷‍♂️

Hallo Bokaj und Forum. Ich kann nur für mich sprechen bei diesem recht subjektiven Thema. Ich dachte lange auch, das grösste Problem an meiner Hyperhidrose sei psychischer bzw. sozialer Art. Die Scham, die Angst vor dem Händeschütteln und Zurückweisung. Ein Freund sagte mir mal, ich müsse mich doch nicht schämen für meinen Körper; es wäre ja so, als würde man sich für eine grosse Nase schämen.
Aber es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen einer grossen Nase (nichts gegen grosse Nasen, die habe ich auch;) und einer starken Hyperhidrose: die Nase spürt man grundsätzlich nicht, das Schwitzen schon. Dauernd, potenziell bei jeder Berührung, jeder Bewegung. Ich habe irgendwann gemerkt, dass allein der physische Aspekt meiner HH sehr belastend war, verkürzt ausgedrückt: Alles, was ich anfasste, war kalt und nass. Irgendwann wurde die ganze Welt kalt und nass. Und dementsprechend bewegte ich mich auch. 

Ich habe sehr viel  an Selbstakzeptanz usw. gearbeitet und bin heute froh darum. Aber ich bin auch sehr froh darüber, immer weiter nach Lösungen für die HH gesucht zu haben. Meine Welt ist jetzt überhaupt nicht mehr kalt und nass und ich beginne langsam, mich mit einer gewissen Leichtigkeit darin zu bewegen. Das hätte keine Psychotherapie, Selbstakzeptanz oder Selbstliebe hingebracht. Ich brauchte da schon konkrete Lösungen. Wie Sascha schreibt: Es gibt viele Möglichkeiten. Und es lohnt sich, die auszuprobieren. Alles Gute!

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B

Bokaj

@Bokaj

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Created Donnerstag, 30. April 2026 17:04
Zuletzt aktualisiert: %s Dienstag, 30. November -0001 00:53
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